
Zum ersten Mal in der Geschichte findet die SailGP-Serie auch in Deutschland statt; und das sogar in unserer Nähe - in Sassnitz!
Ein Ereignis, das wir uns trotz Hausarbeiten und Klausurenstress nicht entgehen lassen wollen. Um das Boot auch wirklich voll zu bekommen wird die gewöhnliche Aktivitas Crew für dieses Event kurzerhand erweitert und eine ganz neue bunte Gruppe entstand. So fanden sich SailGP-Begeisterte aus allen Generationen und aus unterschiedlichen ASVs zusammen; aus Lübeck und sogar aus Stuttgart durften wir Verbandsgeschwister begrüßen.
Am Freitag Abend stachen wir mit der Universitas in See und begannen direkt mit einem dreistündigen Wachsystem.
Im Dunkeln rundeten wir das Kap Arkona und bewunderten die Kreidefelsen im frühesten Morgengrauen.
Gegen 6 Uhr morgens erreichten wir Sassnitz und ankerten vor den Ausläufern der Kreidefelsen, um noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Samstagmorgen sammelten wir bei fröhlichstem Sonnenschein ein paar Tagesgäste in Sassnitz ein. Nach kurzer Segelei ankerten wir im Zuschauerfeld am Rande der Regattastrecke.
Wir kochten, machten es uns gemütlich… und da fährt uns doch glatt ein Schiff in unsere Ankerkette! Die Aufregung ist groß und erst nach einem längeren Kampf konnte sich die andere Yacht befreien. Auf neuer Position bei bester Sicht konnte nun doch der Wettkampf beginnen: vier Regatten am Tag, 11 Länder bis auf Brasilien sind mit am Start, zwei Helikopter kreisten im Tiefflug und gezückten Kameras über die foilenden Katamarane. Deutschland legte einen exzellenten Auftrakt mit einem Sieg in der ersten Runde hin - von überall Tröten und Jubelrufe! Auch wir pusteten begeistert in unser Nebelhorn. Um einen noch besseren Ausblick zu haben, winchten wir uns gegenseitig mit Klettergurten in die Salinge hoch- ein grandioser Anblick!
In der letzten Runde crashten die USA mit den Briten- der Knall war über das Wasser deutlich zu hören. Die Amis brauchten noch ewig, bis sie mit ihrem demolierten Boot zurück in den Sassnitzer Hafen trieben. Ein großes Spektakel, was wir aus nächster Nähe miterlebten! Ein befreundetes Motorboot brachte unsere Tagesgäste wieder an Land und die Universitas fuhr zurück zu ihrem Ankerplatz vom frühen Morgen. Dort nutzen wir den Sonnenuntergang und planschten vergnügt in den letzten Sonnenstrahlen des Abends.
Und auch nach der ersten erholsamen Nacht führte uns unser erster Gang am Sonntagmorgen wieder in die Ostsee- einige schwammen sogar an Land und erkundeten die Küste, andere sprangen vom Bugspriet ins beinahe warme Wasser. Anschließend segelten wir in der Morgensonne an den Kreidefelsen entlang und genossen die Aussicht.
Ein verpatztes Gennacker Manöver ließ alle wieder aus ihren Träumen aufwecken, aber immerhin fuhr uns heute im Zuschauerfeld niemand in die Ankerkette und wir konnten die Sonntagsrennen entspannt genießen. Die USA war nach dem gestrigen Crash leider nicht mehr dabei und Deutschland verpasste knapp den Einzug ins Finale, aber wurde fünfter Platz und erfuhr damit sein bestes Ergebnis seit der Gründung des deutschen Teams. In der letzten Runde traten die drei besten Teams gegeneinander an und bei ständigem Führungswechsel gewann Frankreich knapp gegen die Briten!
Nach diesem spannendem Ausgang machten wir uns frühzeitig gen Heimathafen auf, weil laut Prognose der Wind am nächsten Tag komplett einschlafen sollte und der Schiffsführer am Montag pünktlich auf Arbeit sein wollte. Das Wachsystem wurde nun wieder ernst genommen und wir seglten zurück, wie wir gekommen sind- entlang des Kap Arkonas und vorbei an der Nordspitze von Hiddensee. Hinter Prerow wurde noch einmal der Genni gezückt und so erreichten wir tatsächlich um 7 Uhr morgens den Stadthafen.
Spannender Wettkampf, tolles Wetter, interessante Menschen - ein sehr gelungenes Wochenende!
Und falls sich jetzt jemand grämt, nicht dabei gewesen zu sein… nächstes Jahr findet die SailGP übrigens wieder in Sassnitz statt ;)







