
"Five minutes to warning... papa down... this is Offshore One - our intention is to give you another race." Derart Ansagen konnten wir spätestens am dritten Wettfahrtstag alle mitsprechen. Pünktlich zum Saisonstart waren wir mal wieder in Schilksee zur Exkursion und beteiligten uns beim DSV Training Go4Speed, sowie der erste Up-and-Down Regatta des Jahres, der MaiOR. Es sollten zum Schluss 8 Wettfahrten sowie ein intensives Starttraining bei durchgängig guten Bedingungen und einem sehr gut unktionierenden Boot als auch Crew werden. Der Preis für die jüngste teilnehmende Crew ging wie sonst auch üblich wieder an uns. Der Gewinn: eine schicke Gill Segeltasche. Wer diese bekommt muss noch ausführlichst akademisch diskutiert werden.
Los ging es jedenfalls mit einem Ablegen nachts um 4 Uhr in Rostock und einem wunderschönen Sonnenaufgang bei den Molenköpfen. Wir versuchten es mit verschiedensten Segeln (J3, A3 und CodeZero) aber es half nix, der Motor lief immer mal wieder um noch halbwegs sinnvoll Strecke zu machen. So liefen wir mit leicht dröhnenden Ohren um 19 Uhr in Kiel Schilksee ein. Schnell noch Großsegel umbauen, 10 m Stegsack ausbreiten und befüllen und den Rest der Crew an Bord nehmen.
Am Donnerstag ging es halbwegs ausgeschlafen in die ersten Trainingstarts der Go4Speed. Da wir nur zu 8 an Bord waren, hatten alle ordentlich zu tun, aber leichter Wind und ein gutes Erfahrungsniveau ließen die Manöver dennoch gut aussehen. Die Anzahl der Starts lässt sich nachträglich nicht mehr zählen, aber für den Saisonstart genau das Richtige!
Am Abend gabs auf DSV-Kosten ein paar Anlegegetränke und ein anderer Sponsor ließ ein deftiges Abendessen springen. Ein paar Analysevideos mit Tipps von Trainern wurden auch gezeigt und der Abend gipfelte im großen Kickertournier... wo wir mit unserem Niveau aber so gar nicht glänzen konnten. Hier im Winter etwas mehr Praxis zu sammeln würde sich definitiv lohnen!
Am Freitag waren wir dann mit 10 Leuten am Start. Astreine Leichtwindmanöver bei 2-3 Bft Seewind und eine motivierte erste MaiOR Wettfahrt am Nachmittag ließen die Stimmung nochmal etwas steigen. Die traditionelle HotDog Party war dann ein sehr gelungener Abschluss des Tages... zum Glück diesmal ohne Kickertournier allerdings einem etwas knappen Veggie HotDog Angebot.
Am Samstag war etwas mehr Wind angesagt, aber immer noch traumhafte Bedingungen (bis 18 kn). Nach vier Wettfahrten hingen wir ganz schön in den Seilen und waren froh, dass am Abend kein größeres Programm mehr angesagt war.
Auch eine gute Gelegenheiten sich mit anderen Crews auszutauschen und gegenseitige Schiffsinspektion durchzuführen.
Am letzten Wettfahrtstag war wieder leichter Wind vorhergesagt, was es allerdings interessant werden ließ war ein sehr hartnäckiger Nebel. Das Startschiff schickte freundlicherweise einen Screenshot von ihrer Plotteransicht in die WhatsApp-Gruppe, sodass auch Teilnehmerinnen ohne AIS dieses überhaupt finden konnten. Gestartet wurde trotzdem und so segelten wir in einem etwas gespenstischen Setting den Up-and-Down Kurs, stehts gehörig Ausguck haltend und die Tröte griffbereit im Cockpit. Leider waren die Bedingungen nicht unsere große Stärke und so verschlechterten wir uns trotz sonst gut funktionierender Manöver nochmal um einen Platz in der Gesamtwertung. So reihten wir uns mal wieder hinten ein, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Die Rücküberführung begann aufgrund von schwachem Wind abermals mit Motor. Ein Gewitterausläufer überraschte uns noch vor Fehmarn und das Deck wurde gut mit Süßwasser gespült. Wilde Winddreher (180° in 10 min) mit wechselnder Windstärke (1 bis 18 kn) forderten die kleine Crew dann doch etwas heraus. Ab 1 Uhr hatte sich der Wind dann doch auf eine Richtung festlegen können und wir düsten mit 8-9 Knoten im Halbwind bis zu den Molenköpfen durch. Um 7 Uhr machten wir im Stadthafen fest - für einige noch genau rechtzeitig um pünktlich zur Vorlesung zu erscheinen.
Ein super Saisonauftakt!




