• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Sailing for peace

Sailing for peace (vom 07.07. - 29.07.1990)

ASV - Utklippan - Ronehamn - Slite - Borgholm - Karlskrona - Ronne -ASV

Haiko Mennenga
Henning Kraeft
Kathrin Lübke (als Gast bis Karlskrona)
Klaus Wende (als Gast ab Borgholm)
Bernd Lübke (als Gast nur bis Warnemünde)

(Abschrift unserer Bordkladde - teilweise ergänzt durch weitere Eintragungen im "Yacht-Tagebuch" - ein Versuch, der auf der BOE wegen des damit verbundenen Formzwanges bald wieder eingestellt wird)
13.30 Uhr die Mannschaft ist fast vollzählig. Klaus´ Frau lässt ihren Mann höflichst entschuldigen - er sei todsterbenskrank und bewegungsunfähig.
15.00 Uhr Ablegen, NNW 4-1, Log funktioniert und macht Krach!!!
17.15 Uhr in Warnemünde am alten Strom neben nach Kaffee duftender YELLAND fest.

08.07.1990
10.00 Uhr Log 0,00; Ablegen, SW 2-3, bedeckt, Luftdruck 750 mmHg, 4-5 kn.
11.15 Uhr Rosenort, Soling-Spi gezogen.
13.15 Uhr Sendemast Ahrenshoop Stb^.
13.24 Uhr Log 17,83; Wracktonne West = 17,9 sm (Logkontrolle!)
14.58 Uhr Log 24,92; Tn Darßer Ort Ost, wir warten auf die lahme SHANTY.
17.40 Uhr Wetter: S 5, rechtsdrehend auf SW 5-6, Regen.
18.00 Uhr Dornbusch schemenhaft in Sicht.
Wie geht es weiter? - bis Arkona KpK 50°, von LT Arkona nach LT Dueodde ca. 60 sm, KpK 71°, dann noch ca. 55 sm bis Utklippan - (Ist Quatsch, wir wollen ja oben ´rum!)
18.43 Uhr Log 45,00; Dornbusch Stb^,
mit Sextant Höhenwinkel gemessen = 5°, Höhe = 94 m, daraus folgt: tanj = 94/x, x = 1072 m. Wir hatten viel weniger geschätzt, aber Sextantenmessung ist gar nicht so schwer! War nur problematisch mit Gunters ollen Schrottdingern im B-Schein-Lehrgang.
19.36 Uhr Mäcki tweidelt das Deck!! (denn er will nachher frei kriegen zum Fußballhören).
21.07 Uhr Log 56,77; Arkona Stb^.
22.20 Uhr Log 63,60; Tn Arkona ^, KpK 55°, SHANTY und UNI II direkt voraus.
 
  1. 09.07.1990
    05.00 Uhr Land in Sicht!
    06.15 Uhr Ronne Stb^.
    07.00 Uhr Log 104,5; Wracktonne Hvideodde, SHANTY ist nicht mehr zu sehen, wir waren mit Spi wohl zu schnell.
    07.45 Uhr Log 107,5; Hasle Stb^, Nieselregen, Wind SW 2, angesagt SW 4-5.
    09.20 Uhr Log 114; Hammerodde Stb^, Spi wieder gesetzt.
    09.45 Uhr Log 116,8; KpK 40°.
    10.55 Uhr Log 124,6; Untiefe 36 m, Wind SO 4.
    13.21 Uhr Log 140,35; Windböe und Winddrehung, Spi runter, vertörnt.
    16.25 Utklippan in Sicht, SW 4.
    17.45 Log 164,56; Utklippan, neben Eintonner "Ernst-Moritz-Arndt" fest.
(Mäckys Aufzeichnungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch - made in germany)
Da Klaus Wende einen steifen Rücken hat, fahren wir nur zu Dritt, es waren nirgends noch Leute auszuleihen.
Fahren wir oder fahren wir nicht? Nein!!
Alle raten uns zu, doch zu fahren und rüsten uns mit allerlei Sicherheitstipps aus. Na gut - überredet. SHANTY will in unserer Nähe bleiben. 10.00 Uhr Aufbruch zum großen Törn, weniger Wind als erwartet, wir setzen Spi ohne Fock. Laufen der SHANTY fast außer Sichtweite davon, holen den Spi ein, laufen nur unter Groß, später auch mit Fock bis SHANTY voraus ist und wieder fast außer Sicht. Wieder Spi bis Arkona und weiter 2-3-mal auf diese Weise.
Obwohl der Terminplan uns Luft lässt, haben wir es eilig. Ehe die 5-6 Windstärken von dem Tief uns erreichen, wollen wir in Utklippan sein, wo wir dann auch hoffen, alle wiederzutreffen - also, Spi hoch!
Wind aus SW und nicht wie angesagt aus W, steht dort nun die Welle? Schnell, bevor das Wetter kommt.

Bei Log 140 sm frischt der Wind plötzlich auf, schnell den Spi weg. Nachdem er ein paar Mal um´s Vorstag vertörnt war, hatten wir ihn doch heil runter. Bei SHANTY reißt das Kopfbrett vom Spi (bei dieser Böe war er nach dem Flattern wieder aufgeschlagen). Unter Spi waren wir immer angeleint, da ein Umdrehen schwer möglich ist. Utklippan ist ein ganz kleiner Hafen innerhalb einer Felseninsel, mit einer Ost- und einer Westzufahrt von jeweils 15 m Breite. Drinnen von den Wellen her sehr geschützt. Nach dem Anlegen legt der Wind noch ca. 2 bft zu. Gut, dass wir uns beeilt haben.

 

10.07.1990      Hafen Utklippan
Abwettern im Hafen.
Hafen kann man eigentlich gar nicht sagen, denn es gibt nicht einmal eine Kneipe, geschweige denn eine Pommes-Bude oder einen Eisladen für Kathrin, die jetzt wieder feste Nahrung zu sich nimmt.

Man denkt, dass man der erste Ostdeutsche in diesem Hafen ist, aber denkste! JADE aus Wolgast, EENDRACHT aus Greifswald und alte Bekannte - Uwe Nitz mit OMU II sind ebenfalls schon hier. Uwe gab uns gleich noch ein paar Seekartenkopien in Ausleihe. Die 3 Jachten waren der letzte Rest vom "Baltic Traditional 90". Die wissen noch nicht einmal, dass ihr Geld nicht mehr gültig ist und dass es bei uns nun teurer ist als in Schweden. Die UNI II kam heute gegen 04.00 Uhr, die haben noch auf Christianso festgemacht.

11.07. - 12.07.1990   Utklippan - Ronehamn

09.00 Uhr Log 164,56; Ablegen unter Segeln, durch Ostausfahrt.
Gerade als wir die Leinen losgeschmissen hatten, legte ein anderer (Motor-)Segler ab, so dass wir doch noch eine Ehrenrunde drehen mussten. Das Publikum hat bestimmt graue Haare bekommen, aber wir hatten ja volle Segel und damit volle Manövrierfähigkeit. SHANTY ist eine Stunde vor uns, wir wollen noch ein buntes Segel hochziehen. Wind WSW 3, bedeckt aber freundlich, gute Sicht, Speed 4 kn. KpK 60°, der Kompass schwingt so langsam???
12.00 Uhr Log 181,5; WSW 3-4.
13.30 Uhr Log 190,7; Ölandsrev.
14.13 Uhr Log 194,9; Öland Södra Udde, Bb^, KpK 30°.
14.41 Uhr Log 197,9; E-Mast 112 m, Sextant Höhenwinkel 1° 15 min = 5132 m, ca. 2,7 sm.
15.10 Uhr Log 200,7; Untiefentonne Stb^, 5 kbl.
17.30 Uhr Log 214,7; KpK 62°, SW 2-3, Spi, Gr, 5 kn.
18.00 Uhr Wetterbericht: Hoch Belgien, Tief Island, W 4-5, zunehmend 6.
22.00 Uhr Fock, Groß
23.12 Uhr Log 244,7
23.40 Uhr Log 246,7; Hoburg auf Gotland in Sicht.

 

12.07.1990
01.30 Uhr Log 255,7
01.52 Uhr Log 257,7; Echo 42 m
02.25 Uhr Log 260,7; Echo 36 m
02.50 Uhr Log 263; Echo 30 m, Peilung Hoburg stimmt genau, das Log zeigt nach 50 sm genau auf die Meile an! Reger Schiffsverkehr Stb voraus. 3 - 4 m Wellen (Grundseen?)
03.25 Uhr Log 266,5; Peilung Hoburg 315°, Faludden 25°.
05.52 Uhr Log 277,8; Untiefentonne Faludden Ost
07.10 Uhr Ansteuerung Ronehamn, 1. Tonne Espebrifen, der Motor ist fest!
08.30 Uhr Log 290,1; Ronehamn fest.

Schlafen bis Nachmittag. Danach Motordemontage (Vergaser, Zylinderkopf) und langsam mit Benzin wieder freigewackelt. Wasser im Kurbelgehäuse!!! Wahrscheinlich ist das Kühlwasser bei liegendem Motor in der Vorlast durch den Auspuff in das Kurbelgehäuse zurückgelaufen. Also!!! Nach dem Vergaserleerfahren den Motor noch hängen lassen, damit das Kühlwasser ablaufen kann. Was wir nicht für möglich hielten, der Motor läuft wieder, allerdings etwas kränkelnd.
Abends, nach dem Abbauen des unteren Ruderbeschlages, wir hatten ca. 20 l Wasser in der Bilge, den Beschlag neu abgedichtet. Ruder hat ein sehr großes Spiel!!

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Vor der Südspitze Gotlands (Hoburg) lief eine ca. 4m hohe Welle auf. Dort geht die Tiefe von 80 m langsam auf 20 m. Das Log stimmt äußerst genau.

13.07.1990      Ronehamn - Slite
06.30 Uhr Ablegen, arschkalt (wie Grönland, nicht Gotland!), W 2,
07.35 Uhr Log 295; Untiefentonne Ronehamn Nord, KpK 60°
08.28 Uhr Log 298; Leuchtturm Nar querab, Echo 19 m
08.44 Uhr Log 299; KpK 27°, Echo 22 m
10.08 Uhr Peilung = 350° Wracktonne Starholm Ost
10.30 Uhr Peilung = 280°, KpK 27°, Abstand ca. 5kbl Bb
12.00 Uhr Wetterbericht: NW 5-6!
13.23 Uhr Log 317,2; Östergarn querab (Peilung Leuchtturm - Unterfeuer), KpK 20°, N 1-2
14.48 Uhr Log 324,2; Wende, KpK 270°
17.02 Uhr Log 332,4; KpK 350°, Peilung Kirche Gothem 265°, Abstand 1,5 sm bis Uferlinie, NO 1-2
17.30 Uhr Log 334,4; Gothemhammar, Wende, KpK 25°
18.45 Uhr Log 340,1; Wracktonne Magö
19.30 Uhr Log 343,7; Slite fest

13.07. - 17.07.1990   Hafen Slite

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Der Wetterbericht stimmt wieder einmal gar nicht. Allerdings ist der Wind diesmal wesentlich schwächer als angesagt war, zwischenzeitlich sogar fast Flaute.
Die Betonnung in diesen Gewässern ist äußerst spärlich. Es stehen weniger Tonnen, als wir es gewöhnt sind. Untiefen und Klippen, selbst neben Fahrwassern sind nicht gekennzeichnet. KOBOLD ist nun schon das zweite Mal auf die Klippen gefahren und hat sich den Kiel wacklig gerissen. Das erste Mal passierte das schon bei der Einfahrt nach Utklippan, dort aber ohne Folgen.
Dienstag: Für 09.30 Uhr ist eine Skipperversammlung angesetzt. Wir entschließen uns aber, wesentlich früher loszusegeln, um morgens vor dem Tageswind den Farösund zu passieren. Außerdem hätten wir so noch Aussichten, eventuell von den größeren Booten (z.B. die Vilm) im Farösundfahrwasser mitgenommen zu werden. Dies wäre sowieso die einzige kribblige Stelle der gesamten Tour.

17.07. - 18.07.1990   Slite - Borgholm

Wetterbericht: NO bis NW 2-6, Wetter: Regen, W 1
07.02 Uhr Ablegen, Groß, Genua
11.00 Uhr Log 354,6, NO 1-2,
11.17 Uhr Log 355,6; Rutegrund
12.50 Uhr Farösund Leuchtturm, Schraube vom Schotrutscher weggeflogen, Messing offenbar ungeeignet, Genua gegen Fock gewechselt.
14.15 Uhr Log 368,2; Swingrund, KpK 290°, 15 m breites Fahrwasser aufgekreuzt.
15.44 Uhr Log 374,7;  KpK 250°, NNO 3-4
18.05 Uhr Log 386,7; Lickershamn querab 3 sm
19.23 Uhr Log 393,7
23.13 Uhr Log 417,7; Groß 1. Reff

18.07.1990
02.10 Uhr Log 427,7; KpK 220°, SHANTY 20 m Abstand, bleiben auf Tuchfühlung
04.15 Uhr Log 441,7; Ölands norra udde 465°(???), KpK 205°
06.04 Uhr Log 451,9; Bla Jungfrun, KpK 200°
08.06 Uhr Log 464,9; 20 m-Linie hinter Dämman, KpK 205°
08.23 Uhr Log 466,7; Untiefentonne Ost, KpK 205°
09.25 Uhr Log 472,4; Slottsbredan, KpK 175°
09.47 Uhr Log 473,9; Herr Peder, KpK 135°, bei Herr Peder schlägt bei der Halse der Großschotblock auf den Kompass, wobei das Glas springt und der Kompass eine Blase bekommt.
09.57 Uhr Log 475,3; Einfahrt Borgholm
10.30 Uhr Log 476,3; Borgholm fest mit Anker achteraus, neben SHANTY und APUE16.

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Nach dem Ablegen erwartet uns aber erst einmal eine längere Flaute, die unseren Zeitplan durcheinander bringt. So sind wir erst 13.30 Uhr in dem engen Fahrwasser, der Wind hat an dieser Stelle auch so mitgedreht, dass wir ihn genau von vorne haben. Das Fahrwasser ist auch nur ca. 20 m statt 100 m, wie versprochen. Die großen Schiffe sind auch längst durch, da in der Flaute ziemlich alle motort haben. Die Welle jedoch ist gerade noch erträglich.So kreuzen wir die Rinne segelsportlich gegenan. Notfalls hätten wir umdrehen und den Umweg um Nordgotland machen müssen. Hinter dem Svingrund warten wir auf SHANTY, die wohl recht langsam kreuzt.
Die SHANTY überholt uns über Nacht, ohne Posi. Wir überholen sie wieder und schalten jetzt unsere Posi aus - siehe da, sie lernen dazu! Während wir reffen überholt sie uns wieder, wir verlieren sie außer Sicht. Später erscheint ein Licht mit merkwürdiger Kennung, manchmal sogar mit rotem Sektor. Die Nationale weht vor dem Hecklicht, nichts Neues, auf so etwas sollte man also achten.

Vor Borgholm schlägt bei einer Halse der Großschotblock auf den Kompass, das Glas springt, eine Luftblase bildet sich.

Beim Anlegen in Borgholm räumen gerade die Schweden den Hafen. So kommen fast gleichzeitig ca. 60 Jachten heraus und die SfP-Boote, die auch alle am Vormittag eintreffen, stürmen fast zugleich den noch nicht ganz freigeräumten Steg. Ein Vergleich mit einem Vierteltonnerstart ist durchaus möglich.

Außerdem muss man noch mit Anker achteraus liegen, also schnell den Anker rauskramen.

Die Schweden, die sämtlich mit Maschine ablegen, preschen teilweise bestimmt mit 5-6 Knoten aus ihren Steganlagen heraus, wahnsinnig, keinerlei Vorsicht!

Wir segeln lieber erst mehrmals auf und ab, warten die Raser ab, bereiten den Anker vor und schieben uns langsam, sanft an den Steg.

KOBOLD ist wieder da! Nach drei vergeblichen Versuchen haben sie einen helfenden Hafen gefunden. Der Däne hat sie väterlich begleitet und auch intensiv mitgearbeitet. So eine uneigennützige Rackerei, einfach beeindruckend!

17.07. - 21.07.1990   Borgholm

21.07. - 22.07.1990   Borgholm - Karlskrona

12.50 Uhr Ablegen, S 1-2
13.00 Uhr Log 476,96; Ansteuerung Borgholm, KpK 270°
17.30 Uhr Log 488,1; Lcht-Tn Sillaren
18.45 Uhr Log 490,6; Lcht-Tn Masknaggen
22.12 Uhr Log 494,53; Kalmarsundbrücke, SW 1, Kathrin von Bord
23.03 Uhr Log 496,28; Lcht-Tn Skansgrundet
23.25 Uhr Log 4907,7; Tradgardsgrundet Untiefe West, KpK 193°

22.07.1990
03.55 Uhr Log 512,9
06.36 Uhr Log 522,3; Kristianopel Stb^, KpK 202°, SW 2, Kreuz bei guter Landsicht
13.10 Uhr Log 541,0; Klotet Untiefe Süd, KpK 240°
13.50 Uhr Log 544,0; Holmebaden Untiefe Nord, KpK 350°
14.26 Uhr Log 546,4; Peilung LT Utlängan 80° / LT Utklippan 190°, drehende Winde aus W, NW, S von 0...3 bft
17.23 Uhr Log 522,7; Leuchttonne Karlskrona Angöring
18.23 Uhr Log 556,0; Kungsholmen querab, Godnatt Leuchthous querab, Basarek querab
19.47 Uhr Log 560,86; Karlskrona, angelegt neben NADIR, da UNI II unseren Platz belegt
21.00 Uhr mit dem Bug an die Pier verholt, Heckanker
21.30 Uhr Katrin empfohlen, sich eine Buskarte nach Rostock zu kaufen. Sie zieht aus zu ihrem "Prinzen" auf der SHANTY - endlich!

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Der Wind macht uns einen totalen Strich durch die Rechnung - Flaute. So haben wir ca. 3 Stunden Zeit, die Kalmarsundbrücke aus 1 sm bis 50 m Entfernung zu betrachten.
Ringsherum ziehen mehrere Gewitter durch, wir bekommen aber nur Niesel ab.
Aus dem geplanten Zwischenstopp in Kalmar bzw. Bergskara wird somit nichts. Die Zeit ist knapp, 4 - 5 Abschleppangebote haben wir wieder abgelehnt - wir segeln eben für den Frieden!

Wir sind immerhin das einzige Boot von allen, die nirgends einen Motor eingesetzt haben. SHANTY hat auch nur 2-3 Ablegemanöver zu verzeichnen.

Vor Ansteuerung Karlskrona haben wir dümpelnde Flaute. Die Welle drückt uns sogar zurück. Um die Nerven zu schonen, nehmen wir alle weißen Tücher vom Mast und warten, um später mit voller Fahrt Karlskrona aufzurollen.



23.07. - 24.07.1990   Karlskrona

 

24.07. - 25.07.1990   Karlskrona - Rønne
18.30 Uhr Ablegen, KpK 210°, Nieselregen
20.28 Uhr Log 568,6; Karlskrona Angöring, es hat aufgehört zu regnen, SW 1-2, Genua und Groß, Welle ca. 10 cm hoch, Speed - na ja wir strengen uns eben an! Wetterbericht: Zunehmende Dunkelheit, aber von oben!

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Wir legen als einer der letzten dieses Abends ab, holen aber ganz kräftig auf, da zuvor der Wind wieder Kreise drehte.
In Karlskrona wurden wir durch die Stadtpresse weit bekannt, auf der Titelseite und in Farbe!

25.07.1990
01.12 Uhr Log 592,1; Funkmast auf Bornholm in Sicht
01.42 Uhr Log 592,6; Hammeren in Sicht
04.32 Uhr Log 606,3; NW 1-2
07.00 Uhr Log 617,2; Hammerodde Bb^, das Log zeigt ca. 3,5 sm zu wenig an.
09.10 Uhr Log 620,5; Anlegen Hammerhaven
11.50 Uhr Ablegen, NO 1-2, mit Spi
12.25 Uhr Ankern unterhalb der Burg, Höhlenforschung mit Schlauchboot
13.00 Uhr Anker auf, lassen uns in Richtung Ronne vor Top und Takel treiben
13.45 Uhr Log 622,4; Vang Bb^, mit Spi weiter
14.20 Uhr Log 624,8; Tegikas Bb^
14.50 Uhr Log 627,1; Hasle Bb^
15.35 Uhr Log 631,0; Tn Hvideodde Rev
16.50 Uhr Log 634,42; Südhafen Rønne fest.

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Über Nacht nähert sich uns ein Posi-Licht, anscheinend ein Grenzer. Zuvor hatte er schon einige Stunden absolut merkwürdige und wechselnde Beleuchtung, mal Posi-Licht, mal "Stadtbeleuchtung" und nun hält er mit großer Fahrt von halb achteraus auf uns zu, dann sogar mit Scheinwerfer. Wir wenden und laufen zu ihm auf Gegenkurs, um ihm unser grünes Posi-Licht zu zeigen. Daraufhin dreht er und läuft in eine ganz andere Richtung, dahin, wo Segler-Posi zu sehen sind. Später hören wir, es waren Fischer.

In Hammerhaven legen wir nur mit Spi ab. Neben uns eine Stimme: "Oh, das sieht ja geil aus. Hol mal den Fotoapparat!" Der "geile" Typ sah aus wie 40-50 Jahre.

Kurz hinter dem Hafen holen wir den Spi wieder runter und treiben vor Topp und Takel  dicht unter der hohen felsigen Küste. Bei einem Ankermanöver betreiben wir herrlichste Höhlenforschung. Beim Baden hat Henning endlich auch die Bb-Seite von Pocken befreit.
Später segeln wir weiter, um pünktlich 10 Minuten vor dem ersten Meeting in Rønne zu sein, wobei wir noch etliche Zeit den Fährbetrieb abwarten.
Im Hafen empfängt uns wieder einmal die NADIR.


26.07. - 27.07.1990 Rønne

Abschlussveranstaltung "Sailing for peace"


28.07. - 29.07.1990   Rønne - Darßer Ort - Gehlsdorf
00.57 Uhr Ablegen
01.45 Uhr Log 636,27; Tn Rønne Ansteuerung, KpK 240°
13.26 Uhr Log 680,0; Tn Arkona Stb^ 1 sm, Logfehler ca. 1,5 sm auf 40 sm bei wenig Fahrt
16.25 Uhr Log 692,0; Dranske - Rehbergort querab
17.12 Uhr Log 694,8; LT Dornbusch Bb^ 2 sm
18.02 Uhr Log 697,0; Tn Sperrgebiet 3
22.52 Uhr Log 712,0; Hafen Darßer Ort fest
23.51 Uhr Ablegen

29.07.1990
00.10 Uhr Log 713,8; Tn Hafen Darßer Ort, KpK 60°
01.36 Uhr Log 717,8; Tn Darßer Ort Ost (außer Betrieb), KpK 270°, Log 721,4; KpK 210°
02.57 Uhr Log 722,8; KpK 215°
03.36 Uhr Log 725,1;  LT Darßer Ort in Ost Bb^
04.38 Uhr Log 729,4; Wracktonne bei Ahrenshoop
05.21 Uhr Log 732,4; Kirche Wustrow Bb^
07.00 Uhr Log 736,9; KpK 250°, Bagger 1,5 sm vor Neuhaus
09.40 Uhr Log 748,4; Hafeneinfahrt Warnemünde
11.58 Uhr Log 753,4; Gehlsdorf fest

(Mäckys Ergänzungen aus unserem "ordentlichen" Bordbuch)
Die Sensation ist perfekt. Hinweg mit Spi und zurück natürlich auch. Dabei müssen wir immer an Bernds Wünsche für schön viel Wind und Regen denken. Danke! Hat aber nicht geklappt!

Resümee: Obwohl wir anfangs nur zwei Männer an Bord waren, verliefen sämtliche Kurse und Manöver ohne Probleme.
Es ist wesentlich einfacher als erwartet, auf zwar unbekannten aber weiten Gewässern technisch klar zu kommen und zu navigieren. Das Summ-Log arbeitet recht genau. Das Echolot zeigt in größeren Tiefen (etwa ab 10 m) meist wesentlich mehr an, als in der Karte angegeben.

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