• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Herrentagstour nach Praæstø

Bernd Lange
Elisabeth Kuntz
Michael Kuntz
Tobias Fehlhaber (ab Gedser)
Sven Rode (Gast)

Wieder gab es nach dem Ansegeln noch viel zu tun, Holger war durch Krankheit ausgefallen, Detlef war beim Slippen mit dem Fußgelenk fast unter den Slipwagen geraten, mit Tobias war im fernen Koblenz auch nicht zu rechnen. Der Bugkorb sollte am Mittwoch geliefert werden, er kam gegen 12.00 Uhr in BL´s Mittagspause. Er passte auf Anhieb, das gute neue Stück, aber er musste ja noch befestigt werden. Irgendwie mussten die Schraubenlöcher der Fußstützen in die Rohrenden übertragen und gebohrt werden, um diese Aufgabe zu lösen. Eine knifflige und zeitaufwändige Angelegenheit.

17.00 Uhr BL an Bord — Erster!!! Sucht Fehler in der Stromversorgung für Salon und Funkgerät, mal funktioniert es, mal nicht. BL beginnt Befestigungslöcher für den Bugkorb zu bohren.
18.00 Uhr Holger kommt und hilft. Die Niro-Bohrerei mit einem Akku-Schrauber artet zur Quälerei aus, drei Bohrer müssen dran glauben. Inzwischen treffen die K´s mit Sven und reichlich Proviant ein.
Auf dem Steg und an Land herrscht reges Treiben, viele ASV-Boote sind noch gar nicht segelklar, an unserem Flaggschiff wird sogar noch am Unterwasserschiff gespachtelt. Auch die U II steht an Land, der BUK (Spucky hat ein lädiertes Bein und keine Mannschaft mehr) wird wohl kaum die Bootshalle verlassen. An der Vereinstour werden daher nur ZEPHIR, SHANTY, BOE, LOFOCL, RIJO, RAFIKI, FENT III und JUCALINE teilnehmen. Die Teilnahme von MOONLIGHT hatte jemand durch Herausziehen des Ladekabels aus der Brückensteckdose sabotiert, der "eiserne Steuermann" war dadurch lahmgelegt.
Als Erster legt ZEPHIR ab, die Jungens wollen möglichst viel und weit segeln, zuerst gegen den Wind um Lolland herum. Die BOE legt
20.55 Uhr ab, mit dem Ziel, bei diesem "Mistwetter" — kalt, trüb, NW 3-4, im Radio mit stürmischer Tendenz angekündigt, in Warnemünde zu übernachten und ganz früh in See zu stechen. Motorfahrt, man möge es zur Kenntnis nehmen, der "Mercury" zeigt sich weiterhin als zuverlässiger Helfer. Irgendwie geben aber auch unsere Batterien in Höhe des Überseehafens den "Geist auf", obwohl wir den Brückenstecker mit einem Schloss gesichert hatten, hatte jemand deshalb den Hauptschalter betätigt? Was blieb uns also weiter übrig, als ohne Licht weiterzufahren und ganz intensiv nach der "Entenpolizei" (Elisabeths Wortschöpfung) Ausschau zu halten, und im Fall der Fälle einen Kailieger zu simulieren. Aber es ging gut.
22.30 Uhr im Yachthafen hinter STEIPNIR fest. Kein guter Platz, aber wir benötigen unbedingt E-Anschluss, den wir hier zu finden hoffen. Wir brauchen ziemlich lange, bevor wir quer zum weiter auffrischenden NW 5 ... 6 so in den Leinen hängen, dass unser neuer Anstrich nicht leiden kann.
Erst jetzt kommen wir dazu, auf Michaels Geburtstag richtig anzustoßen, obwohl es auch auf der Warnow neben Bier einen "Porto" als Ableger gab. Gegen
23.15 Uhr sitzen wir alle gemütlich beim verspäteten Abendessen mit Bratkartoffeln, von Sven mitgebrachten Bratklopsen und vielen leckeren Dingen vom Güstrower "Olivero".


05.05.2005 (Himmelfahrt) Warnemünde — Klintholm
00.15 Uhr krabbelt die Mannschaft in die Kojen. Gegen
02.15 Uhr weckt BL ein leichtes Bumsen, an den Molensteinen bricht die See und ab und zu kommen sich im Schwell die Hecks von SLEIPNIR und BOE gefährlich nahe, wir mussten ja die BOE nochmals drehen, weil unser Landkabel nicht bis zur Steckdose reichte.
Also, die Mannschaft rausgepurrt und in einer 30 Minutenaktion, die BOE in eine freie Box verholt.
06.00 Uhr ist für BL und SR die Nacht alle. BL bekommt beim Sichherauswinden aus der Hundkoje einen beidseitigen Oberschenkelmuskelkrampf — es ist eben wieder richtig kalt, <10° Celsius! Warum wohl, tut man das sich an???
07.00 Uhr sind alle an Bord aktiv, eigentlich wollten wir ja früh aufbrechen, aber sind wir nun seeklar? Batteriekontrolle! Irgendetwas stimmt da nicht — also Fehlersuche, an Batterie I war eine Anschlussklemme lose, Batterie II hat wohl doch einen Plattenschluss. Den Stromkreis für Funkgerät und Salonbeleuchtung nun direkt (ohne Sicherung und Schalter) an Bordspannung geklemmt. Zur Funkkontrolle P. Littwin über Handy angerufen, aber es bleibt beim Rauschen. Über Handy hören wir, dass sich ZEPHIR aus Kühlungsborn bei MOONLIGHT meldet, am Steg liegen noch RIJO, LOFOCL und RAFIKI, SHANTY hat gerade abgelegt und FENT III liegt, von uns aus zu sehen, im Alten Strom.
08.00 Uhr Frühstück, der Hafenmeister kommt und kassiert 8,- EUR und erklärt uns, dass es auf den ASV-Plätzen kein Gastrecht gibt.
08.55 Uhr Ablegen, kurz mit Motorhilfe; bedeckt, NW 5 ... 6; Genua und 1 Reff im Groß. FENT III segelt ca. 1 sm vor uns und bleibt in Sichtweite. Es gibt den "Ableger" — Portwein!
10.35 Uhr 54°21,56 / 12°08,90; zurückgelegte Distanz: 10,6 sm; bis HSNS 27,5 sm; KpK Nord; 7 kn. Am Himmel wird es heller, "Klärchen" ist ab und zu verschwommen zu sehen.
10.55 Uhr Tn E70 Stb querab 2 kbl; KpK 355°; HSNS 25,6 sm; 7,3 ... 8,5 kn!!! bei einem guten Schrick in den Schoten.
11.05 Uhr müssen kurz abfallen und mitlaufen, um Containerfrachter "Elisabeth" vor uns passieren zu lassen, Elisabeth bei uns an Bord gönnt uns einen Manöverschluck.
11.10 Uhr Tn 70 Bb querab 2 kbl; SG 3 zunehmend. Die Angebote von BL für essbare Dinge werden nicht angenommen. Laufen im Abstand von ca. 8 sm zur Küste mit direktem Kurs auf Klintholm.
12.30 Uhr das Zubereiten einer klaren heißen Brühe macht BL doch Mühe — beschleunigte Bewegungen durch Wellen und ständiges Anluven. EK hält sich am Ruder tapfer, bei einer kurzen P.-Pause hat sie die Abwaschschale mit zum Bordklo genommen, aber nicht benötigt.

In der Bilge plätschert eine verdünnte Bierbrühe, 3 Ansegelbiere haben die Rollbewegungen nicht überstanden, BL beseitigt diese Sauerei.
15.45 Uhr noch ca. 8 sm bis Klintholm, die Mannschaft hat nun doch Appetit auf Bratklopse, Tee und Cornie-Müsli-Riegel, eine seltsame Menü-Folge!
Die Sonne strahlt über Møn und verwöhnt uns ein wenig, der kalte WNW weht mit ca. 4 bft, laufen bei halbem Wind noch 5,5 ... 6,3 kn. Wir haben FENT III irgendwie hinter uns gelassen, statt an Bb voraus läuft sie nun schräg hinter uns an Stb. Der 3-Mast-Schoner "Johannes ..." aus Holland läuft vor uns von Ost kommend in Klintholm ein, ein schöner Anblick.


Beschließen, in den Hafen hineinzusegeln, gleich Genua und danach das Groß wegzunehmen mit dem Motor in Bereitschaft. Und so läuft es ab, ohne Probleme. Entdecken die SHANTY im Innenbecken im Windschutz der Ferienhäuser.
17.25 Uhr neben SHANTY fest.

Die JUCALINE liegt seit 08.00 Uhr auf der windigen Seite, sie sind die Nacht durchgesegelt und haben schon eine Fahrradtour hinter sich.
Während BL die freundlich lachende Hafenmeisterin aufsucht, dort 19 EUR für Liegegeld und 4 Dusch-5-Kronenstücke bezahlt, zaubert die Mannschaft unter EK´s Regie ein leckeres thailändisches Gericht — Punkt 1 des am Kajütschott angepinnten Herrentagsreise-Menüplanes: "Hähnchencurry an Reis" mit Pflaumenwein als Aperetif und exotischem Obstsalat mit Sahnehäubchen. Alles ist reichlich vorhanden, so dass Dirk und Christoph von der SHANTY auch noch satt werden, der gute Nils hat sich wohl etwas bei der Planung verschätzt.


Irgenwie kommt in diesem Jahr keine Freiluftparty der ASVer zustande. LOFOCL liegt neben uns ebenfalls im Windschatten, RIJO legt auf der Luv-Seite bei JUCALINE und FENT III an.
Den späten Abend verbringen wir am Grillfeuer der SHANTY, dazu wurden Ferienhaus-Tische und -bänke direkt an die Hauswand gestellt und mit Teelichtern beleuchtet. Trotz des Windschutzes gab es dann kurz vor Mitternacht zum Aufwärmen und als Schlaftrunk noch 2 steife Grogs.


Freitag, 06.05.2005 Klintholm Havn — Præstø
Gegen 07.00 Uhr werden wir vom Ablegemanöver der Polen (5 Yachten liegen im Hafen) an unserer Bb-Seite geweckt, sie lassen ihre Diesel warmlaufen. BL passt auf, dass das lautstarke Manöver klar läuft und geht dann duschen.
08.00 Uhr allgemeines Aufstehen an Bord. BL macht einen Ortsrundgang und holt Kronen vom Bankautomaten, zurückkommend kann er sich an den gedeckten Tisch setzen. Bis
10.00 Uhr wird reichlich und gemütlich gefrühstückt. Großes Palaver mit der ASV-Gruppe von der Luv-Seite. Sven K. auf RIJO möchte nicht mehr nach Præstø (der Wind würde auf SW drehen und die Rücktour verlängern) und versucht nun auch die Lee-Seite umzustimmen. Aber wir bleiben beim abgesprochenen Ziel. Genua gegen Fock II gewechselt. Ab und zu fallen Regentropfen, kalter ungemütlicher WSW 4.
10.30 Uhr Ablegen mit Motor, beim Großsetzen stürzt EK ins Cockpit, sie ist auf ihrem nicht abgebundenen Ölzeughosenbein ausgerutscht. Es hat wohl sehr wehgetan — aber wir können weiter. In der Hafeneinfahrt kommt der Wind genau von vorn, Kabbelsee, jedoch unser kleiner Motor schiebt uns durch. Groß 1 Reff und Fock II, mit Schmetterling entlang der so beeindruckenden Küste.


Bis zum Aborrebjerg schaffen wir es auf Stb-Bug mit einem immer spitzer werdenden Anlieger und erfreuen uns an den öfter von der Sonne beleuchteten Kreidefelsen.
12.30 Uhr Kreuz 260°/10°. Das Barometer fällt, gestern 1015 hPa, jetzt 1007 hPa. BL lässt die Jugend segeln und kümmert sich um die neuen Wegpunkte in der Fakse-Bucht, sie müssen ins GPS eingegeben werden.

12.45 Uhr 55°00,59/12°32,91; BOGE 12,1 sm; rwK 306°; KpK 258°; 2 kn, kaum noch Wind, wenig Sonne. Der Wind kommt wieder einmal genau von dort, wo wir hinwollen.

12.55 Uhr Motor an, Fock weggedreht und direkten Kurs, ca. 3 kn bei Halbgas. Nutzen die Situation, BL animiert SR seinen Menüpunkt 2 (Svens Kartoffelsuppe!) zu realisieren. Bei wieder auffrischendem Wind müssen wir mit Großunterstützung kreuzen, um noch Fahrt voraus zu machen und gleichzeitig kochen zu können. Der randvolle große Topf musste dabei auf dem Kocher von BL ca. 1 Stunde lang gut ausbalanciert werden —ein passender Schnellkochtopf muss endlich her!
15.00 Uhr etwa beim Holländergrund gönnten wir uns mit geringerer Fahrt die späte Mittagspause.
Groß ausgerefft, Fock weg und mit leichtem Schrick auf Stb-Bug und Motorunterstützung möglichst direkt auf Fakse L. zu. Übler Hack, der Wind kommt in Böen mit W 7 ... 8. Laufen mit 4-6 kn. Beeindruckende Wolkenbilder, mit etwas Fantasie konnte man den Mund (ein sonniges Wolkenloch) und die aufgeblähten Backen (dunkle scharfkantige Wolkenbänke) von Rasmus erkennen, dem wir heute noch keinen Schluck gegönnt haben. Für diese Schinderei bekommt er nun erst recht keinen!
Landfall etwa bei Vemmeltofte Strand, auf Bb-Bug südwärts. Weiter nördlich mit Kurs auf Rødvig sind mehrere Segel zu sehen. Später, kurz vor dem Præstø-Fjord sehen wir, dass sie zu JUCALINE, LOFOCL, RAMSES (eine blaue Oceanis 36 mit Klaus Geelhaar und Sohn besetzt) und SHANTY gehören.
In der Einfahrt zum Præstø-Fjord Groß weg. Der Motor schiebt uns doch mit gutem Speed gegen den kräftigen Wind (5 ... 6 bft). Eine hübsche Gegend.
19.50 Uhr am Steg fest, drehen später nochmals in der Boxenreihe, um den kalten Wind nicht in unsere Kajüte zu lassen.
Wir helfen JUCALINE, RAMSES (hat Mühe) und LOFOCL beim Anlegen. Auch die ZEPHIR-Crew erscheint, um zu helfen. Sie haben ihren Törn um Lolland und durch den Bøgestrom etwa gegen 16.00 Uhr beendet.

Erkundung der Örtlichkeiten (Grillplatz, WC und Hafenmeister — kommt uns entgegen = 80 DKr und 2412 = Advent = KloCode, leicht zu merken!).
Dann beginnt ein reges Treiben am windgeschützten hübschen Grillplatz. BOE und SHANTY hatten das Grill angeheizt, mussten dann aber mit "Hauen und Stechen" die immer kleiner werdenden Flächen auf dem Rost behaupten. Mit der BOE-SHANTY-Glut und der BOE-Taschenlampe schafften es jedoch alle ASVer, ihr Grillgut dem vorbestimmten Zweck zuzuführen. Die BOE-Crew beschließt gegen Mitternacht in der von vielen Teelichtern erwärmten Kajüte den langen Tag.

Sonnabend, 07.05.2005 Præstø — Gedser
05.30 Uhr Reise, Reise! BL treibt, die Sonne scheint, alles friedlich, nur das zahlreiche Wassergetier ist beschäftigt.
06.15 Uhr mit Motor abgelegt, W 3 ... 4. Zum Großsetzen im engen Fahrwasser eine Ehrenrunde vor den Stegen. Von den ASVern ist niemand zu sehen. Die Fock lässt sich nicht ausrollen, die Leine klemmt schon wieder. Mit achterlichem Wind und mehreren Halsen zum Fjordausgang. Eine schöne friedliche Landschaft, wenige Meter neben uns hockt das "Wassergetier" am Strand — scheinbar ein Vogelparadies. Sven macht Frühstück — aufgewärmte Kartoffelsuppe, durch übriggebliebene Grillwursthäppchen angereichert. EK und BL gönnen sich ein Erdbeer-Bananen-Quarkdessert, Micha und Sven bevorzugen kaltes Bier — so früh am Morgen!!!
07.45 Uhr Tn Nordmannshage Stb gerundet, KpK 70°
07.50 Uhr KpK 130° rw BOGE, ca. 4,5 sm; 5-6 kn; W 4 (-5). Die Mannschaft rebelliert — es gab noch keinen "Ableger". Schönes Segeln, von den ASV-Schiffen noch nichts zu sehen.
08.30 Uhr Fahrwasser Bøgestrom, Segel weg, wieder Wind genau von vorn. BL erledigt den Abwasch und feudelt die letzten Bierreste aus der Bilge, dabei entdeckt er die nasse und getrennte Steckverbindung im Funkkabel, die "Funke" funktioniert! MK am Ruder und SR orientiert sich auf der Seekarte.
09.15 Uhr N-Tonne bei Jungshoved. Vom ASV ist noch immer nichts zu sehen, der Præstø-Fjord verschwindet nun aus unserem Blickfeld, Himmel halb bewölkt, gute Sicht, der Wind kommt leider aus SW, wir motoren weiter gegenan.
10.15 Uhr Nyord Tn Stengrund, seit ca. 15 Minuten ist es wieder still an Bord, KpK 180°. Zwei Segel sind in der Hafenausfahrt von Nyord zu sehen (später erfahren wir, dass RIJO, RAFIKI und FENT III nun doch fast in der Nähe von Præstø übernachtet haben).
10.40 Uhr rote Fw-Tn Søndreknigge, Segel weg, Motor an.
10.50 Uhr Brücke Kalvehave, mit AK voraus schaffen wir 4 kn. SR am Ruder. MK wird sanft genötigt, seinen Menüpunkt 3 "Pasta al tonno" zu realisieren, während die anderen Drei die vorüberziehende Landschaft genießen können. Von Falster kommt eine dunkelgraue Wolkenbank auf uns zu, aber sie trifft uns nicht. Erträgliches Wetter, aber immer noch sehr kalt, entspricht etwa gefühlsmäßig der am Echo angezeigten Wassertemperatur von 8,7°C.
12.30 Uhr Farø-Brücke, Wind wieder aus SW 3 ... 4.
12.50 Uhr Grønsund-Brücke, wir wollen am Stb-Ufer im Windschutz ankern, um in Ruhe essen zu können. Die Wassertiefe von 28 m geht an der Kante aber schnell auf weniger als 2 Meter über, erster Ankerversuch auf 12 Meter.
13.00 Uhr Menübeginn — es schmeckt hervorragend, auch der spanische Reserva. Der Anker hält nicht, wir treiben stromab. Auf 18 m findet die gesamte 30 Meterleine Halt, beim Dessert bricht aber ein wildgewordenes Motorboot den Anker erneut aus. Kurz zuvor passierte uns fröhlich winkend die RAFIKI-Crew von Nyord kommend.
13.45 Uhr holen wir die straff nach unten zeigende Ankerleine ein und segeln auf Bb-Bug mit Groß und Fock II mit 6,8 kn seewärts.
14.00 Uhr schläft der Wind ein? Nur noch 4,5 kn mit schiebendem Strom, der Wind kommt aus 200 bis 210°, wie sollen wir da heute noch nach Gedser kommen? RAFIKI verschwindet vor uns um die "scharfe Ecke".
14.10 Uhr Stubbekøbing Stb querab, Michael hat nun auch den Abwasch bewältigt und erhält ein "Bienchen".
14.45 Uhr Harbølle Bb querab; SSW 3, laufen mit KpK 140° hoch am Wind auf Bb-Bug mit 5,5 kn. 5 Liter Benzin nachgefüllt, solange wir noch ruhiges Wasser haben, nicht mehr lange! SR und MK ruhen ab.
15.30 Uhr Tn GRON mit einem Holeschlag. Kreuz mit 240°/140° entlang der Küste, mehrere Stellnetze umfahren.
16.30 Uhr ab Hesnæs nehmen wir wieder den Motor zur Hilfe, um bei 5 kn zu bleiben. Ab Trommes halber Wind, direkt von der Küste. RIJO kommt von hinten mit Spinnaker auf.
17.25 Uhr bis ODDE noch 10,8 sm; rwK 190°. Wir genehmigen uns das zweite "Kühlschrankbier".
19.15 Uhr Lcht-Tn ODDE Stb querab
19.25 Uhr KpK 270°, Segel weg, mit Motor 4,5 kn; Luftdruck weiter fallend 1004 hPa. Hinter uns kommt RIJO nun auch mit Motorhilfe und Groß so schnell auf, dass wir aus unserem kleinen Flautenschieber alles herausholen. Mit einem Vorsprung von 50 m gelingt es uns vor RIJO im ziemlich leeren Hafen zu sein, wir sind auch erstes ASV-Boot, die Præstø-Gruppe ist noch nicht angekommen.
20.30 Uhr am Steg C fest, es fängt an zu tröpfeln. Sofort nach einer Grillmöglichkeit für die vielen noch zu vertilgenden Grill-Steaks und -würste gesucht und in einem überdachten, fast windgeschützten Stand gefunden. MK, SR und BL heizen schnell an und kratzen von einem Grillrost erst einmal den jahrelangen Schmauch ab. BL ist da ein bisschen "ete-pe-tete".
Leider hat der Regen so zugenommen, dass wir uns zum Essen an Bord zurückziehen müssen.
Es wird wieder ein gemütlicher Abend mit Regengetrommel auf dem Kajütdach und gedämpfter Musik von "Buena vista social club" und "Cassandra Wilson" bis Mitternacht. Morgen können wir ja ausschlafen!
Von den anderen ASVern (auch RAFIKI liegt nun am Steg in unserer Nähe) sehen und hören wir nichts mehr.
Am Morgen lagen ZEPHIR fast in der Hafeneinfahrt und LOFOCL im Fischereihafen. FENT III hat sich aus Hesnæs gemeldet.


Sonntag, 08.05.2005 Gedser — Rostock
Alle genießen die Möglichkeit "länger" schlafen zu dürfen. Tobias Fehlhaber hatte sich gestern auf unseren Handys per SMS gemeldet:
"Hei Segler, sagt doch bitte Bescheid, ob ihr in Gedser seid. Sonst steige ich morgen nicht auf die Fähre" und nach entsprechender Antwortt: "Ok, dann werde ich mich jetzt nicht betrinken, sondern morgen früh auf der Fähre sein, gegen 11.00 Uhr werde ich da sein".
Aber BL hält um
07.30 Uhr nichts mehr in der Koje, er geht Hafengeld bezahlen =90 DKr, duschen und macht danach einen großen Rundgang um und durch Gedser. Als er zwei Stunden später mit heißen Brötchen zurückkehrt, wartet die Crew schon hungrig mit einem reichhaltigen Frühstück auf ihn (EK stellte auch eine Riesenpfanne Rührei auf die Back). ZEPHIR hatte schon gegen 08.00 Uhr den Hafen verlassen und LOFOCL beobachtete er beim Ablegen im Fischereihafen.
Kurz vor 11.00 Uhr ist TF da, hatte sich "angeschlichen", die Ankunft der Fähre hatten wir nicht mitbekommen. "35 Jahre ST-Club", d.h. die entsprechende Fete in Rostock sind ihm nicht anzusehen, haben keine Spuren hinterlassen, gegen einen sofortigen Aufbruch hat er also nichts einzuwenden.
Etliche missratene Ablegemanöver beobachtend und natürlich kommentierend (der WSW 4-5 stand quer auf die Boxenreihen), verließen wir
11.25 Uhr mit Motor den Hafen. In und kurz nach der Einfahrt gingen Groß und Fock hoch. Motor aus; WARA 24,4 sm; viele blaue Stellen am Himmel, sehr gute Sicht — der Windpark vor Nysted stört doch!!!
Als Ableger gibt es das von TF mitgebrachte (und noch handwarme!!!) Tuborg von der Fähre. Seltsam, warum trinken wir sonst kein Dänen-Bier? BL korrigiert seine ETA von 15.00 Uhr auf 17.00 + xx.
12.10 Uhr WARA 20,2 sm; rwK 163°; 5,2 ... 5,8 kn; KpK 190°, falls der Wind weiter südlich dreht, wollen wir etwas Höhe gut haben.

13.10 Uhr WARA 15,6 sm; 5,3 kn; KpK 137°, die Süddrehung ist eingetroffen und die Deckscrew spekuliert, welche der Wolkenwände auch uns den ungeliebten Regen bringt.
In Höhe Tn E69 beginnt BL mit der Realisierung des 4. Menüpunktes, aber aus Topfgrößengründen etwas abgewandelt. Als Sättigungsbeilage wird die reichlich übriggebliebene Pasta in der Bratpfanne gewärmt —also Bratpasta mit Gulasch und Mischgemüse. Dazu wird ein Reserva 1999 gereicht. Die Nachspeise Rote Grütze und für den Rote Grütze-Ablehner Sven, Mandarinenkompott mit Sahne, werden allerdings erst auf der Warnow serviert.
15.15 Uhr ist die Etappenspeisung bei SG 3 kurz vor Warnemünde erst einmal beendet. Alle warten auf den Hund, dessen Apportierknochen gerade an der BOE vorbeischwamm. Seit dem Verkehrstrennungsgebiet rauschen wir wieder mit 5,8 ... 6,7 kn unserem Ziel entgegen.
15.45 Uhr Warnemünde Mole. 2 auslaufende Fähren, 3 "Fleischdampfer" und die querende Stromfähre können wir ohne Komplikationen passieren und auch zum Anlegen um
17.15 Uhr am Steg benutzen wir unseren Motor nicht mehr, das lehnt TF am Ruder ab. Außer FENT III und JUCALINE liegen alle teilnehmenden Boote am Steg. ZEPHIR steht vor der Bootshalle im Slipwagen für den Einbau der Einbaumaschine und LOFOCL liegt am Steg ohne Mast. Eine klemmende Fallrolle im Mast bereitete beim Segelbergen und -setzen in der Nacht vor Gedser im strömenden Regen Probleme beim Anlaufen des Hafens.

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