• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Herrentagstörn 2002

Dirk Schietke
Christoph Boelke
Niels Rickert
Winfried (Gast - Vater von Christoph)

Das Vorspiel:
Die Entzugserscheinungen, welche sich im Winter gezeigt hatten, waren durch das Ansegeln leicht gemildert. Nur ein längerer Segeltörn konnte die Auswirkungen der segellosen Zeit des Winters heilen.
Wie jedes Jahr bot sich der freie Herrentag inklusive eines Urlaubstages sowie des anschließenden Wochenendes zum ersten längeren Törn an. Es war aber nicht alles wie jedes Jahr. Schon bei der frühzeitigen Planung des Zielortes ergab sich, das Klaus Fethke am Herrentag 60. Geburtstag hatte und viele wegen der dazugehörigen Feier die 4 möglichen Segeltage auf 3 bzw. das Wochenende reduzierten.
Als traditionsbewußter Mitstreiter stellte sich Hansi mit der frisch getauften RIJO heraus. U2 wollte auch mit, schaffte aber wegen ungünstiger Witterung nicht, den neuen Farbaufbau auf das Schiff zu bekommen.
Wir hatten auch noch einiges zu tun. Deshalb und um mir den Langes-Wochenende-Stau zu ersparen, nahm ich mir auch gleich noch Mittwoch und Montag für die Abreise frei. Früh holte ich Christoph ab und zusammen fuhren wir bunkern

 

Niels war unterwegs nach Stettin, unsere reparierten und neuen Segel sowie die neuen Polster abzuholen. Nach dem Bunkern bauten wir noch die Handläufe und diverse andere kleine Notwendigkeiten an. Bei Christoph´s Vater, unserem 4. Mitsegler, wurde per Handy noch diverse Messingschraubengrößen geordert, die er auf der Herfahrt beim Baumarkt oder wo auch immer besorgen sollte. Soweit so gut, aber Niels ließ auf sich warten, und ohne Polster schlafen ist nicht gerade gut für den Schlaf und den Rücken.
Zuerst einmal kam Sveni aus Hamburg an. Da er glücklicherweise Geburtstag hatte, gab es abends noch ordentliche Mengen Grillfleisch und Bier. Als störend erwies sich nur der ewig kläffende Bordköter des "Kohledampfers", der sich aber mit ein paar Spritzern Bier vertreiben ließ.
Und irgendwann gegen 10 Uhr abends kam dann auch Niels mit den neuen Polstern und Segeln. Die Polster wurden sofort eingepaßt und irgendwann ging es dann auch in die Koje. Am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Als Ziel war Roedvig auserkoren, und bis dort war es ein ordentlicher Stremel. Es war Ostwind angesagt, also Halbwind bis Anlieger.

Das Auslaufen, 1. Bordtag
Früh morgens kamen wir eigentlich ganz gut los, nur Niels war verschwunden und kam nicht wieder. Er wusste doch, dass wir einen langen Schlag vor uns haben und früh los sollten.
Irgendwie war er auf die Idee gekommen, wir wollten noch gemütlich im Hörsaal frühstücken. Das haben wir sonst nie gemacht, zumindest wenn das Tagesziel etwas weiter weg war als Gedser oder Nysted. Um ihn etwas zu beschleunigen, legten wir schon einmal ab und sammelten ihn dann am Stegkopf auf.
Gefrühstückt wurde dann im Sonnenschein auf der Warnow, wo wir leider wegen Windmangel motoren mussten. Beim ehemaligen Yachthafen stellte sich beim Versuch, das Groß zu setzen heraus, dass die polnische Segelmacherin den Kopf des Segels so verstärkt hatte, dass er zwischen Saling und Jumpstagspreize dicker war als die Keep, oder umgekehrt.
Jedenfalls ging das Segel nicht hoch. Also, wieder runter das gute Stück und das Reservegroß gesetzt, in dem die "DDR" vor der "1" noch durchschimmert und unter der "DDR" die Nähte des "GO" noch zu erkennen sind.
Hinter den Molenköpfen konnten wir 20° auf Klintholm anliegen. Die Logge zeigte zeitweise über 4kn an, dann flaute es ab. Über UKW-Funk verbreiten die Dänen gale warnings (für alle, die des Englischen nicht oder nicht ausreichend mächtig sind "gale" = "Starkwind").
Wir hatten fast Flaute und Sonnenschein pur. Aber der Wind frischte wie versprochen auf und schralte, wir konnten nur noch Nordkurs anliegen. Wind und Welle nahmen stetig zu, was Niels nicht ganz so gut verkraftete. Zum Schluss konnten wir nur noch 350°-360° anliegen. Unter den gegeben Umständen entschloß ich mich, Roedvig sausen zu lassen und Gedser anzusteuern und von dort durch den Guldborgsund nordwärts zu segeln. Niels zeigte anfangs wenig Verständnis für diesen Entschluss, war mir später jedoch dafür dankbar. Also, Kurs 330° in Richtung Gedser.
Hinter der engen Durchfahrt kam hinter uns die RiJo auf und holte uns bei dem Anliegerkurs bald ein. Wie sich später herausstellte hatte Hansi sich gedacht, dass wir es uns nicht antun, bei diesem Wetter gegenan zu knüppeln und auf RiJo hieß es dann auch 330° auf Gedser zu.
Wir refften unser Groß und ließen die Genua stehen. Es ging gut zur Sache, ein kleiner Holer war jedoch notwendig, um in den Sund zu kommen. Als Tagesziel legten wir Guldborg fest und heizten mit 6..7,6kn durch den Sund. Vor der Brücke in Nykobing lag RiJo wartend am Dalben.
Als wir kamen, machte sie los und wir konnten ohne Wartezeit und Kringeldrehen (!) durch die Brücke. Hinter der Brücke legten wir außen am Hafen an und machten erst einmal Mittag. Niels hatte irgendwelche Eßwaren, genannt "Peltemi" (oder so ähnlich) aus Polen mitgebracht. Dieses wurde vom Skipper jedoch nicht als vollwertige Mahlzeit anerkannt, und es gab dann noch etwas zu Essen.
Dabei konnten wir beobachten, wie ein Russendampfer sich mit Tuschieren des Molenkopfes den Weg in den Hafen bahnte.
Abends fand dann die Party auf dem ziemlich zugigen Grillplatz in Guldborg statt. Da von Sveni�s Geburtstagsparty noch viel Grillmaterial übrig war, kamen wir gar nicht dazu, unsere mitgebrachten Würstchen zu verbraten. Es war aber etwas traurig, zu acht zu feiern. Sonst nahmen mehr Yachten und Leute als in diesem Jahr an diesem traditionellen Vereinsereignis teil.
Aber egal, es war ein toller Segeltag mit netten Leuten und die Party war zwar klein, aber gut. Ein Mitglied der RiJo-Crew versuchte, auf dem Grillplatz herumliegendes Wurzelwerk auf dem Grill zwecks Wärmegewinnung zu verbrennen. Dies misslang, also setzten wir wegen des starken Windes die Party auf der geräumigen RiJo fort.

Der 2. Bordtag
Morgens stellten wir fest, dass im neu gebauten Sanitärgebäude jetzt Duschmarken zum Erhalt von warmen Wasser geopfert werden müssen. Da der Kiosk im Hafen noch nicht geöffnet hatte und somit Duschmarken nicht erhältlich waren, duschte ich kalt.
Christoph´s Spruch dazu war: "Bleibt die Dusche heute kalt, sch... egal, stink ich halt."
Das neue Sanitärgebäude ist übrigens auch mit Wäschetrockner ausgestattet. Früh machte ich mich auf den Weg zum Koebmand, um Postkarten und Tyrkisk Pepper zum Bereiten von Smoe Groe zu machen. Derweil klaute Rasmus mein Badehandtuch, das auf dem Großbaum zum Trocknen hing. Schon auf der letzten Herrentagstour hatte er mir in Guldborg mein Badehandtuch gestohlen.
Als Ziel für diesen Tag wurde Omoe vereinbart. Die RiJo-Crew hatte telefonisch Kontakt mit der Zephir-Crew. Diese wollten sich ebenfalls mit uns dort treffen, und zwar "außen rum" durch Fehmarnbelt und Großen Belt. Vor dem Ablegen liehen sich die RiJo-Leute unseren Bootsmannstuhl, um ihre Takelage zu klarieren.
Dann ging es los mit 2 Reffs im Groß und der Fock 4. Bei halbem bis raumen Wind ging es mit Geschwindigkeiten zwischen 6 und 7,6 kn nach Omoe. Um 17 Uhr machten wir neben der RiJo im fast leeren Hafen fest. Die ZEPHIR hatte es wegen des Starkwindes nicht geschafft.
Im Hafen hatte die mit ausreichend Grillgut versehene RiJo-Crew schon den Grill im Windschutz hinter dem Sanitärgebäude in Gang gesetzt. Dort ging auch die Buddel mit dem am Morgen angesetzten Smoe Groe rund. Die RiJo-Crew, die dieses auch als der "schwarze Tod" bekannte Getränk nicht kannten, quittierten den Genuss mit einem regungslosen Blick, Hüsteln und gleichzeitigem Faust auf die Brust schlagen.
Ein Däne kam mit seinem Gemüselaster quer über die Wiese gefahren und fuhr uns dabei fast über die Füße. Er erzählte etwas von "Deutscher Musik", die es im Klubraum beim Fischereihafen geben sollte. Wir gingen allerdings früh schlafen, nur Niels guckte und hörte sich das an, was man hierzulande wohl eher als "Hausmusik" bezeichnen würde.

Tag 3 — zurück nach Deutschland
Das Wunschziel am nächsten Tag war Nysted, die Ausweichziele Poel oder Fehmarn. Zuerst ging es mit schönem Halbwind und bei Sonnenschein südwärts durch den Großen Belt.
Irgendwann überholte uns die RiJo und wir verabredeten uns in der Beelitzwerft auf Fehmarn, alles andere war zu weit weg. Als ich nach meinem kleinen Mittagsschläfchen wieder an Deck kam, war die Sonne weg. Und nicht nur das, undurchsichtige Regenwände, Schauerböen und schlechte Sicht machten das Segeln nicht mehr ganz so gemütlich und erschwerten die Ansteuerung Fehmarns, der sogenannten "Sonneninsel".
Haha! Im aufkommenden Gewitter schlugen die Blitze ringsherum um uns ein und Rasmus klaute mir meine Wollmütze. Leider hatte auch der Wind gedreht, so dass wir um einen Holer nicht herumkamen.
Wäre ja auch komisch gewesen, wäre der Wind günstiger gekommen!
Gegen 18 Uhr musste Rudolpho ran und wir kreuzten dänisch. Später kam dann das Zentrum des Tiefs, der Wind schlief ein, der Regen nicht ganz. Wetter, bei dem man sich fragt, wieso man so etwas freiwillig macht.
Südlich von Orth, westlich der Brücke erstaunte uns ein Wetterphänomen. Auf der spiegelglatten Wasserfläche war ein riesiger dunkler Fleck. Ein Blick in die Karte sagte uns, daß dies nicht am Grund bzw. der Wassertiefe liegen könnte. Der Fleck bewegte sich langsam aus Osten auf uns zu. Als er uns erreichte, wussten wir, was es war: ein Windfeld bzw. eine Böe, deren Lufttemperatur jedoch wesentlich höher lag als die "normale" Temperatur.
Danach ging es dann unter der Fehmarnsundbrücke durch und in den Hafen der Beelitzwerft, wo wir um 22.30 Uhr festmachten. Die RiJo war schon da. Aufgrund des Wetters und der fortgeschrittenen Stunde verzogen wir uns alle bald in die Koje.

4. Bordtag — zurück in die Heimat
Wegen der Windstärke 0 legten wir schon um 7.18 Uhr ab. Wobei auch die "Sonneninsel" und ihre Bewohner nicht zum Verweilen einluden. Eine weitere Bekräftigung meiner negativen Meinung von diesem Eiland. Zu der Windstärke 0 kam auch noch Nebel, der das Ganze noch etwas prickelnder machte.
Eine halbe Stunde später hatten wir jedoch die Ansteuerungstonne des Fehmarnsund-Fahrwassers querab. Eine Stunde später kam etwas Wind auf, die Segel gingen hoch und Rudolpho konnte pausieren. Die Sicht lag bei einer Meile. Beim Fahrwasser nach Wismar kam sogar einmal die Sonne für eine halbe Stunde hervor. Wir segelten Halbwind bis Anlieger.
Zwischendurch versuchten wir es einmal mit Angeln, aber erfolglos. Einmal kam eine Taube im Anflug auf die SHANTY, traute sich aber nicht so recht zu landen, obwohl wir extra versuchten, uns ruhig zu verhalten und sie nicht zu stören.
Um 17.45 Uhr ging dann in Gehldorf ein Herrentagstörn zu Ende, der uns 2 Tage lang Höchstgeschwindigkeitssegeln beschert hatte. Boddensegler Winfried (Christoph´s Vater) erzählt immer noch von diesem Törn.

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