• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Hinaus in die Freiheit

Bernd Lange
Inge Lange
Angela Saß
Dr. H.-W. Nietiedt (als Gast)
Jan Gumpert (als Gast)

14.30 Uhr Bernd und Angela an Bord zur Erledigung von Restarbeiten (Ausrüstung, Masttrimm u.a.). Wir begrüßen Egon Maier und seine Frau Rosi, die beide bei Manner auf der ZENIT am Treffen teilnehmen wollen. Diese erste Begegnung nach Egons Flucht in die BRD löst doch starke Emotionen bei allen Bekannten und Freunden aus, noch vor 10 Monaten hätte niemand an ein solch „normales“ Wiedersehen geglaubt.

16.30 Uhr Ablegen unter Segeln, zum Stadthafen (Wokrenter Straße), um Proviant und Gäste zu übernehmen.
19.45 Uhr Ablegen, NO 1, Gr I, Ge, kreuzen warnowabwärts. In Höhe Überseehafen gibt es Abendessen von Fam. Lange zubereitet. Ab Warnowwerft schleppt uns TIMPE TE mit Ralf Schmidt und Familie an Bord, natürlich auch auf dem Weg „in den Westen“.
21.45 Uhr am KPP (Grenzkontrollpunkt auf der Warnemünder Mittelmole) fest. Das Ausklarieren verläuft problemlos, nur unsere DDR-Ausweise sind vorzuweisen. In Warnemünde liegen viele BRD-Jachten.
22.05 Uhr KpK 300°, OSO 1-2, SG 1, Ge ausgebaumt.
Die BOE passiert erstmalig die Molenköpfe in westliche Richtung, um einen BRD-Hafen anzulaufen, ohne PM18- oder PM19-Inhaber und ohne Nachtsegelgenehmigung. Dieses Gefühl beim Hinaussegeln lässt sich einfach nicht wiedergeben.
23.50 Uhr Tn Reede 4, Stb querab, 1/2 kbl, Heinz-Wilhelm spendiert für seine erste Ostseereise und dann noch in „diese Richtung“ eine Flasche Sekt. Wir laufen ca. 5 kn, Jan verzieht sich in die Koje.

02.06.1990
01.30 Uhr Zwangswegtonne 6, Bb querab, 1/2 kbl, KpK 300°, OSO 2-3, SG 1-2, auch Angela und wenig später Inge ziehen sich in die Kojen zurück. BL und HWN genießen die „Nacht der Freiheit“. Auf dem Gedser-Lübeck-Weg müssen wir uns zwischen mehreren Fähren und Frachtern hindurchschlängeln.
04.05 Uhr KpK 270°, LT Staberhuk Stb querab 1sm, SO 3, SG 2-3,
Entlang Fehmarns Küste bis zu den Hochhäusern von Burgtiefe, solch hässliche Bauten gibt es also auch im Westen. Ein Seenotrettungskreuzer liegt vor uns vor Anker.
05.05 Uhr Lcht Tn Fehmarnsund, weiter im Fahrwasser, vor uns die imposante Fehmarnsundbrücke, Durchfahrtshöhe 23 m – es sieht niedriger aus, ob wir da durchpassen? Im Beelitz-Werft-Hafen liegen mehrere DDR-Jachten, darunter auch die TREBELE (ex KLAUS STÖRTEBEKER). Vor Heilighafen kommen uns viele BRD-Jachten entgegen, ob die jetzt in den Osten „fliehen“? An der Tn Heilighafen montieren wir unsere Forelle, der Außenborder springt auch an, 2-mal, aber beim Gaswegnehmen „stirbt“ er, wohl oder übel müssen wir mit Segeln in den ziemlich vollen Hafen. Viele DDR-Jachten sind schon da, von unserem Verein die SOLTE SEE, ZENIT und ZEPHIR.
06.45 Uhr fest, aber wir werden in eine andere Box in Ufernähe verwiesen. Wir zeigen, dass wir segeln können. Erster Landgang, hervorragende Sanitäranlagen, dann ab in die Kojen – schlafen bis ca. 14.00 Uhr. Anstelle eines Mittagessens gibt es gleich Kaffee und Kuchen von Angela und Rosi Nietiedt. Es regnet fürchterlich, wir bleiben in der Kajüte. Zur Eröffnung des Fahrtenseglertreffens um 17.00 Uhr lässt der Regen nach, so dass wir trocken zum Festzelt kommen. Dort sind fast nur DDR-Segler, man kann viele Bekannte treffen, oft mit ihren Familien, auch Jürgen Bock mit Sieglinde und ihren Kindern, die zweiten DDR-Flüchtlinge aus unserem Freundeskreis.
Für die vielen Wertmarken, pro Kopf ca. 40 – 50 DM (als Ossie haben wir ja noch kein „gültiges“ Geld) erhält man nur im Festzelt und für uns ungewohnt „brandteure“ Getränke: Bier 3,-DM; Cola 2,-DM; Sekt 3,-DM; Sektflasche 20,-DM. Besonders am Sonntag artet diese Regelung in ein großes Besäufnis aus, denn verfallen soll nicht eine Marke!!!
Am Sonnabendabend machen wir bei leichtem Regen noch einen Stadtbummel und kriechen gegen 23.00 Uhr in die Kojen,

03.06.1990
um am Sonntag ziemlich ausgeschlafen wieder ins Bierzelt einzufallen und anschließend bei Regen (wir schützen uns durch einen neu gekauften Regenschirm, wovon nur?) nochmals durch die Stadt zu bummeln. Im Festzelt gibt es für alle Erbseneintopf, vor diesem Zelt können wir eine „Bavaria 320“ bewundern und dabei Begehrlichkeiten in uns wecken lassen. Bis 23.00 Uhr haben wir zu tun, um die Wertmarken umzusetzen, die deutsch-deutsche Verbrüderung wird in vielen geselligen Runden gefeiert. Abschied (nun ja nicht mehr „für immer“!!!) von den Bocks und Maiers.
23.15 Uhr unter Segeln abgelegt, Anlieger bis Tn Heiligenhafen.

04.06.1990
00.30 Uhr Fehmarnsund Fahrwasser, SO 2, SG 0-1, Sicht gut,
wir müssen kreuzen bis zur Lcht.Tn Fehmarnsund mit längerem Bein auf Bb-Bug. Jan muss die Fahrwassertonnen anleuchten und holt sich am Bug nasse Füße. Eine Rote Tonne erwies sich als rotes Festlicht auf der anderen Seite einer Landzunge liegend. Im Manöver des letzten Augenblicks bekommt Heinz den Großbaum an den Kopf. Er zerreißt sein Ölzeug, wie auch Jan das von Bernd geliehene Ölzeug.
01.30 Uhr Lcht.Tn Fehmarnsund, OSO 2, guter Bb-Bug-Anlieger auf Gedser bei kurzer harter See. Die Neulinge werden leicht grün, aber niemand opfert bis Warnemünde.
03.00 Uhr LT Staberhuk Bb querab, ca. 3 sm,
04.00 Uhr, Tn KO11/T68 Stb querab, es regnet penetrant.
06.00 Uhr Tn W70, Gedser Bb querab
08.00 Uhr Tn Rostock Stb querab, SO 2, SG 3, Kreuz, vor Warnemünde regnet es wolkenbruchartig, wir müssen eine auslaufende Fähre abwarten.
13.05 Uhr Warnemünde, kurzzeitig für dringende Bedürfnisse fest. Kreuz warnowaufwärts. Am Stadthafen werden die Passagiere abgesetzt.
14.30 Uhr am ASV-Steg fest, Segel versucht zu trocknen, aufgeklart, 16.00 Uhr von Bord.

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