• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Greifswalder Boddenetappen

Bernd Lange
Tobias Fehlhaber
Holger Raths

Wieck — Greifswald —Wieck und 1. Etappe (Tonne Koos und zurück)

In der Nacht hatte es mehrmals geregnet.
06.30 Uhr hielt BL nichts mehr, das Bier musste raus. Es nieselte, kaum Wind, die Fische im Ryck sprangen immer noch und platschten ins Wasser zurück. Am Deich eine grüne Ecke gesucht, danach zum Bäcker und zum “Kleinen Laden” (Butter und frische Eier). Rückweg unter einem Kastanienbaum unterbrochen — es “schüttete”! BL bewunderte die stoische Ruhe eines alten Fischers mit gewichtigem Bauch, der “gaaanz langsam” seine Mütze abnahm, sich sein Ölhemd überzog, dann seine Mütze wieder überstülpte und diese dann mit der Hemdkapuze vor weiterem Unbill schützte.

07.40 Uhr Regenschauer vorüber, zurück an Bord, HR und TF noch “faul” in der Koje!
HR macht Frühstück in altbewährter Form mit “Weichei nach Gefühl”. Die Sonne scheint.
09.00 Uhr erster vergeblicher Versuch das Regattabüro im ASV aufzusuchen — zu Dritt, alle brauchen Bewegung. Wir haben noch viel Zeit.
10.00 Uhr — Brückenzug, Motorfahrt flussaufwärts nach Greifswald, erstmalig für die BOE, sehens- und erlebenswert, machen einen Abstecher in die neue Marina hinein.
11.00 Uhr im Stadthafen (Museumshafen), in der Nähe der schwenkbaren Fußgängerbrücke fest. Stadt- und Einkaufsbummel, uns fehlt noch Proviant. Auf dem Obst- und Gemüsemarkt und in den Dom-Passagen werden HR und BL fündig. TF, der sich diskret aber wartend zurückhielt, konnte sich Kritik nicht verkneifen. “Ihr kauft ein wie Frauen, nicht nach Plan und unkoordiniert”. Als Mittag gibt es am Stand Döner und Bier.
13.00 Uhr mit Genua und Rückenwind stromabwärts, sehr besinnlich und friedlich, die Sonne scheint, es ist sehr warm.
14.00 Uhr — Brückenzug, immer ein von vielen Passanten beobachtetes Schauspiel der beiden Brückenwächter. Fest in der Box wieder neben der VENUS. Zweiter Anmeldeversuch, wieder zu Dritt. Das Regattabüro befindet sich beim Greifswalder Yachtclub, der ASV hat Ärger mit der Universität und kann wohl sein angestammtes Bootshaus nicht mehr nutzen.
Zähe Verhandlung mit Töns Föste über den Yardstick der BOE — BL wollte 118, Töns begann bei 112. Schließlich einigt man sich bei 116, daraufhin bezahlt BL das Startgeld — 30 EUR.
16.05 Uhr drittes Aufsuchen des Regattabüros, eigentlich zur Regattaeröffnung, aber wir kommen zu spät. Töns hat das Meeting wohl “kurz und schmerzlos” gestaltet — alles Nötige steht ja in der Segelanweisung! Und da steht drin, dass 18.00 Uhr die “Oldtimer” in der Dänischen Wiek als Erste starten, nach Wettfahrtregel 26, oh je, wie war das mal noch???
Nach gemütlichem Kaffeetrinken und Wechseln des Großsegels legen wir
17.25 Uhr ab, lassen uns vom Motor bis zum ersten Fw-Tonnenpaar schieben und melden uns 10 min vor Ultimo bei Töns auf der DORETTA ordnungsgemäß an. Hinter der Startlinie wuseln natürlich auch die umher, die dort eigentlich noch nichts zu suchen haben — also cool bleiben. BL am Ruder blieb wohl ein bisschen zu cool, die Startlinie benachteiligte ganz offensichtlich die Wegerechtsseite, hoch am Wind konnte man auf Bb-Bug die ganze Linie entlang fahren. An der Hilfsluvtonne war die BOE zwar nicht Letzte der Yardstickgruppe 3, aber ganz vorn auch nicht. TF auf dem Vorschiff, bei zunehmenden SW versuchen wir uns mit unserem Tri-Spi anluvend von den nach uns gestarteten “Großen” freizuhalten. Hinter uns macht sich Rasmus böse, hat wohl zu wenige Opferschlucke erhalten, erste “Sonnenschüsse” und 2 oder 3 aus den Lieken fliegende Spinnaker. So gewarnt, bergen wir ziemlich schnell kurz vor der 1. Bahnmarke unser kostbares Stück, die Rauschefahrt unter vollem Press des Spi mit 7 bis 8 kn im glatten Wasser haben wir aber doch genossen.
18.50 Uhr Tn Greifswald Bb gerundet, mit geschrickten Schoten auf Stb-Bug weiter, das Feld der nach uns Gestarteten ist nun aber heran und macht für uns das Runden der nächsten Bahnmarke mit einer 180°-Wende zu einer ziemlich heißen Angelegenheit. Am überdimensionalen Ruder eines richtigen Racers, der sich mühelos an uns vorbeischiebt entdecken wir unseren ASVer Christian Claußen!!! Trotz der Wuhling um uns und der dunklen Wind-, Regen- und Gewitterfronten vor und hinter uns, lassen wir
19.13 Uhr die Tn Koos hinter uns und laufen mit Halbwind auf Bb-Bug, dem letzten Drittel des Feldes entgegen, wieder zurück zur Tonne Greifswald.
Ca. 19.40 Uhr Tn Greifswald Stb gerundet, hoch am Wind weiter auf Bb-Bug, dann bald kreuzend in die Dänische Wiek hinein. TF mahnt öfter zum Wenden, obwohl das Echo noch viel Wasser unter dem Kiel zeigt, er möchte nicht festsitzen und die voraussichtliche gute Platzierung halten. Aber wie erwartet, werden wir an der Kreuz wieder “nach hinten durchgereicht” und haben um
20.25 Uhr beim Queren der Ziellinie in der Hafeneinfahrt nur noch wenige Teilnehmer hinter uns.
Jedoch nach einer zutreffenden Bemerkung von Norbert — Holgers Bruder auf der VENUS — beginnt eine Regatta schon bei der erfolgreichen Anmeldung im Regattabüro. Wir werden Vierte, hinter KANETI, THETIS und RUGIA, die uns unter Spinnaker nicht so richtig abhängen konnten.
20.35 Uhr an unserem alten Platz fest, beim Anlegen drückte uns ein ungewohnt starker auslaufender Strom auf den Stb-Heckpfahl, die VENUS nach uns hatte noch mehr Mühe in ihre Box zu kommen.
Wir lassen den Tag beim Abendessen mit einer gemäßigten Regattakritik (Startphase, 1 oder 2 schlecht gewählte Kreuzschenkel) im Salon ausklingen, nehmen das Duschangebot beim YCW von Norbert an und stürzen uns anschließend in das rauchgeschwängerte und lärmende Gewühl der Regattaparty beim GYC — das Duschen hätten wir uns sparen können. Um uns nur wenige bekannte Gesichter. BL und HR freuen sich aber “Hacky” Schönrock in der Menge zu entdecken und mit ihm und einem Bier mal wieder auf alte Zeiten und alte Schulden anstoßen zu können. Noch vor Mitternacht gibt es an Bord den obligatorischen “Absacker”.

Sonnabend, 27.08.2005 2.Regatta Wieck - Seedorf

06.45 Uhr BL muss raus — das dringende Geschäft mit dem Brötchen holen verbinden. Also zur grünen Ecke und dann auf verwinkelten Wegen durch das verschlafene Dorf. Viel hat sich hier seit der Wende verändert, das Dorf ist sichtlich gewachsen.
Ein herrlicher, sonniger Morgen.
07.15 Uhr mit heißen Brötchen zurück an Bord und die “Schlafmützen” durch lautes Trampeln an Deck rausgepurrt. Holger bereitet uns wieder ein gemütliches reichhaltiges Frühstück.
08.25 Uhr Ablegen mit Motor, TF und HR erledigen den Abwasch. Mit Genua und Motor und 6kn zum Startschiff DORETTA. Bei Töns, der letztmalig Wettfahrtleiter sein und sich in den Ruhestand zurückziehen will, angemeldet. TF wird zum “Oberkommandogeber” ernannt, es soll seine Regatta werden.
09.05 Uhr Start für die Gruppe 3. Vor uns ein wüstes Geschrei, in einer kaum entwirrbaren Wuhling drängelt sich THETIS hinter dem Startschiff hervorkommend zur Linie rein und verursacht Chaos. RUGIA fängt dabei die Startmarke ein und schleppt sie vom Startschiff weg. Es gibt also keine richtige Startlinie mehr. Wir starten als Vierte und haben an der Luvtonne nur THETIS und KANETI vor uns. Ca. 2 kbl nach der Luvtonne steht der Spi, BL übernimmt wieder die Vorschiffsarbeit.
WSW 4; 5,5 - 6,0 kn; Sonne pur — diesmal gibt es einen Manöverschluck — einen ****Osborne. Hinter uns entfaltet sich ein buntes Spinnakerfeld, besonders bemerkenswert der Spi einer X79 — mit einer hochbusigen “Barbie”.

An der Tonne Greifswald drängelt sich das Feld zusammen, etwas in Luv kommen wir aber gut klar.
09.45 Uhr Tn Greifswald 1kbl Stb querab.
09.50 Uhr wir stecken “platt vor´m Laken” mitten im Feld und versuchen mit einer Halse wieder zur Luvseite zu gelangen, wollen also einen klassischen Leebogen fahren, wie etliche vor uns, z.B. der Oldtimer OLLING weit vorn an der Spitze. Um uns herum ein schönes buntes Bild.
Tobias hatte nach dem Frühstück die Bahnmarken ins GPS eingetippt — LTII (die Landtieffahrwassertonne 11) 5 sm; rwK 062°; KpK 072°; 5,3 kn.
10.00 Uhr, es gibt das “11.00 Uhr-Bier”!
10.35 Uhr LTII 1,84 sm; rwK 041°; KpK 067°; 5,3 kn. Das Hauptfeld ist an uns vorbei, aber doch noch nah.
10.45 Uhr wir shiften, eigentlich ein schönes Spi-Segeln!
10.57 Uhr Tn LTII; 0,5m Bb querab, Halbwind. RUGIA hinter uns hat aufgeholt, an THETIS vor uns sind wir herangekommen. THIE (Tonne Thiessow als nächste Bahnmarke) 2,78 sm; rwK 003°; KpK 353°; 6,0 kn; Genua raus, wir holen auf.
11.25 Uhr Spi weg, BL hat Probleme beim Aushaken, es dauert.
11.27 Uhr Tn THIE; 1,5m Bb querab, erst hoch am Wind auf Stb-Bug, dann mit Schrick, RUGIA holt weiter auf.
11.43 Uhr Tn Zicker; 1m Bb querab, RUGIA läuft in Lee neben uns. Wieder geht es an die Kreuz und das bei einer sehr holperigen Welle. Mehrere Wenden bis zur nächsten Bahnmarke.
12.53 Uhr Tn Vilm; 2m Stb querab; RUGIA und THETIS 2 min vor uns, das sieht gut aus.
12.58 Uhr, der Spi steht auf Bb, der Wind kommt etwas von Bb achtern. Es gibt Bitterschokolade und Bier, TF möchte partout kein Rostocker und wird deshalb von BL als Snob bezeichnet — nun verlangt er ein Rostocker. Er wollte uns nur einen Gefallen tun und uns nicht unser Heimatbier wegsaufen!!!
13.25 Uhr Spi geshiftet. Tobias erzählt von seiner DEFA-Karriere in diesen Gewässern, in einem Film mit Gojko Mitic, “Das Herz des Piraten”, 1987 in Seedorf gedreht. Er schwärmt. Unregistriert lassen wir dabei die nächste Bahnmarke Tn Reddevitz ordnungsgemäß an Stb liegen — wir fahren ja hinterher.
13.50 Uhr Spi geshiftet.
13.57 Uhr Tn B4; 1m Bb querab. Spi weg.
14.17 Uhr Ziellinie nahe der Untiefentonne vor Seedorf passiert, RUGIA und THETIS haben uns nicht genug abgehängt.
14.25 Uhr in Seedorf auf der Ortsseite direkt neben der Arche fest. Neben uns die ARKONA mit übervollem Cockpit und “viel Spassss”! Die Jungens lassen sich das Bier in großen Krügen von hübschen Kellnerinnen aus der Arche bringen. Sie haben wohl schon Zeit für etliche Krüge gehabt.
Auch wir langen zum Bier und sitzen bald beim Mittag, von Holger zubereitet. Vom gleich anschließenden Kaffee müssen wir uns mit Bewegung erholen. Wir erkunden den Ort und die Umgebung. TF, unser Jogger und Marathon-Läufer, hat aber bald genug und kehrt auf der Anhöhe zur Moritzburg zurück. Er interessiert sich brennend für die Platzierung und will das erkunden. HR und BL marschieren weiter, erfreuen sich an der wirklich schönen Umgebung und schauen von der Moritzburg hinunter in die Having. Dort geraten 2 Yachten in eine riesige Krautinsel vor Moritzdorf und haben Mühe sich daraus zu befreien und zur Marina zu gelangen.
Erst in der Abenddämmerung sind die beiden wieder im Trubel der großen Regattaparty mit Lifeband in Seedorf. Tobias hat Erfreuliches zu berichten.
Die BOE belegt nach KANETI den 2. Platz vor RUGIA, HEIDI und THETIS und liegt auch in der Gesamtwertung auf dem 2. Platz. Wir freuen uns.
Mit Bier und einem Schaschlik-Spieß vom Grill, vielen Mückenstichen und der lautstarken Musik beenden wir noch vor Mitternacht den Abend.

Sonntag, 28.08.2005 Seedorf — Stralsund — Rostock

Nach einer wider Erwarten (Regattaparty) ruhigen Nacht hat BL keine Mühe, die Mannschaft auf die Beine zu bringen.
Um 07.20 Uhr sitzen wir an der Back und frühstücken in Ruhe. Tobias will spätestens Montagmittag nach Koblenz aufbrechen. Angesichts der angekündigten Windrichtung (natürlich von vorn!) beschließen wir, ein “Aufgegeben” in die Regattawertung einfließen zu lassen. Wir werden starten und dann nach Hause segeln.
08.05 Uhr Ablegen mit Motor inmitten des allgemeinen Aufbruchs. Anmelden am Startschiff und Übermittlung unseres Vorhabens.
09.35 Uhr, Holger legt einen blitzsauberen Start in Luv direkt am Startschiff hin, 2 Sekunden nach dem Schuss sind wir als Erste über die Linie.
Danach ist für uns das Rennen aus, wir streichen die Klassenflagge und setzen die Nationale. Kommen ohne Behinderungen durch das kreuzende Feld und laufen in Richtung Lauterbach.
09.25 Uhr an der ersten grünen Fahrwassertonne; Sonne, halb bedeckter Himmel; WSW 3-4; Groß und “Hacky”-Genua. Mehrere Kreuzschläge im Vilm-Fahrwasser jeweils bis zur 4,5-m-Anzeige des Echos.
Ca. 10.30 Uhr grüne Fw-Tn am Steinriff. Können das Steilufer von Zudar gut anliegen; ca. 5 kn. Das “11.00-Uhr-Bier” haben wir wieder vorverlegt. Friedlicher Talk über Rente und Politik, aber das hätten wir doch lieber unterbleiben lassen, stiftet ja doch nur Unfrieden. Vor dem Steilufer von Zudar gibt es in der Nähe der 1,2-m-Untiefe richtig Zoff mit Tobias, der am Kartentisch und am GPS unseren Kurs verfolgt. Er warnt Holger am Ruder eindringlich davor westlicher als Süd zu laufen. Dabei liegt direkt vor uns ein Reusenkopf und auch das Echo zeigt ständig über 6 m Wassertiefe an. Anscheinlich würden wir ja gar nicht navigieren, damit unverantwortlich handeln, u.a. war “Altersstarrsinn” eines der heftigeren Worte. Längere Zeit weigert er sich strikt, weitere navigatorische Hinweise zu geben. Nun, das braucht wohl doch etwas Zeit! —Und die haben wir ja.
11.45 Uhr Tn-Paar 3-6, Wende auf Stb-Bug in den Sund hinein; KpK 315°; weiterhin ca. 5 kn. Die Sonne scheint wieder.
12.55 Uhr Fähre Stahlbrode, das Mittag (Gulasch, Salzkartoffel, grüne Bohnen, Schattenmorellen und ein 99er Rioja), von BL zubereitet, ist fertig.
13.05 Uhr Ankern im Landschutz vor dem Campingplatz Stahlbrode auf 2,5 m Wassertiefe.
BL wird zum Masttopp gehievt, der lose Verklicker wackelt bedenklich.
14.00 Uhr Anker auf, und wie vermutet kommt nun der Wind (3 bft) immer von vorn, egal um welche Ecke wir biegen. Nur mit Motor gegenan. TF hält Ausschau nach seinen Eltern an der Gustower Schilfkante, der Bordtalk hat wieder den normalen Level erreicht.
15.50 Uhr an der neuen Kaikante an der Ziegelgrabenbrücke fest. Es gibt keine Poller. Der Yachthafen ist weg, nur die alten Bootshallen stehen noch. Holger hat die Bierlage erkundet —noch 2 Flaschen und das bis Rostock!!!
Also macht sich BL auf zur Tankstelle, Bier, Rotwein und Schokolade holen. Das ist für den Baldrentner mit einer recht waghalsigen Hangeltour verbunden. Ein stahldornenbewehrter Zaun unter der Brücke verwehrt den “Normalsterblichen”den Zugang zur Straße, aber BL scheint noch gelenkig zu sein.
16.45 Uhr ist er schwer beladen und etwas durchschwitzt zurück an Bord und wird mit Kaffee und Keksen bewirtet. Pünktlich
17.20 Uhr geht die Brücke für den wartenden Yachtschwarm auf, darunter auch die ADHARA und das schnelle H-Boot, die die 3. Etappe zu Ende gesegelt haben. Erst kommt die Nordseite, dann unser Schwarm getrieben von einem KüMo. Dieses Gewusel ist doch immer wieder erlebenswert. Mit uns läuft die RAMSES von und mit Klaus Geelhaar.
Wir machen uns sofort auf den Heimweg, bis zur Vierendeel-Rinne mit Groß, Genua und dem bei Standgas mitlaufenden Motor. Halbwind 3 bft und Sonne.
Auch die Vierendeel-Rinne können wir gut anliegen und problemlos den vor Barhöft arbeitenden Bagger passieren. Am Bock Motor aus und mit achterlichem Wind hinaus auf See. Ein vor Anker liegendes BGS-Boot weckt DDR-Erinnerungen! BL informiert per Handy seine “bessere Hälfte”.
19.15 Uhr verlassen wir bei Tn 14-15 das Fahrwasser und können sehr gut hoch am Wind in ruhigem Wasser West und damit Darßer Ort anliegen. Seit 19.00 Uhr liegt TF in der Koje, BL schickt auch HR 21.00 Uhr nach unten, da ist es schon ziemlich dunkel. Der Himmel ist fast vollständig bedeckt.
23.00 Uhr Wachwechsel BL — TF vor Zingst. Die Tonne Ost ist schon gut zu sehen, natürlich auch die Leuchtfeuer vom Bock, Gellen, Dornbusch und Darßer Ort. Nördlich von uns markiert eine fast ununterbrochene Lichterkette die “Ostsee-Schiffsbahn”, Wahnsinn, wieviel Betrieb dort herrscht!
01.00 Uhr Wachwechsel TF —HR.
01.30 Uhr Tn Ost 5 kbl Bb querab; KpK 270°.
02.25 Uhr Tn West Bb querab.
03.00 Uhr Wachwechsel HR —BL, ein funkelnder Sternenhimmel mit ziehenden Satelliten, Flugzeugen und Sternschnuppen versöhnt über die unterbrochene Tiefschlafphase. Einhandmanöver. Wende auf Bb-Bug mit KpK 160°, in Landnähe 170°.
05.00 Uhr Wende vor Ahrenshoop, KpK 250°/240°.
05.30 Uhr Wachwechsel BL —TF mit beginnendem Sonnenaufgang. Das 1-Mann-Manöver geht mit dem Gummistropp an der Pinne sehr gut. Richtig eingestellt kann man auch kurzzeitig unter Deck, um sich zu versorgen oder einen Schläfer zum Wachwechsel zu wecken.
07.00 Uhr Wachwechsel TF —HR vor Neuhaus. HR sitzt noch auf dem Klo, da gibt es einen lauten Knall und das Groß kommt von oben. All-hands! Die Dirk wird als Reservefall verwendet, mit geringerer Vorliekspannung geht das auch.
09.00 Uhr Wachwechsel HR — BL auf Stb-Bug mit KpK 230° ziemlich in Fahrwassernähe; SG 2 ziemlich holprig —also Wende, um wieder Landschutz zu suchen, aber der Wind kommt nun direkt von Warnemünde mit 3 bft. Sonnig warm, auch in der Nacht war es nicht kalt und vor allem nicht feucht.
09.45 Uhr Wende vor Rosenort, in Fahrwassernähe wieder zurück und so weiter.
10.15 Uhr Warnemünde Moleneinfahrt; Genua weg, Motor an, in Höhe Tunnel auch Groß weg. Wir wollen in Ruhe als ergänzendes Frühstück den Hühner-Nudel-Linsen-Bockwurst-Eintopf von TF genießen. Tobias wurde in der Hafeneinfahrt wach und versorgte uns mit Kaffee und einem 7-Eier-Rührei mit glasigen Schinkenstreifen als Zeichen einer weiterwährenden Bordkameradschaft. Auch den Abwasch erledigte er sofort —von BL stillschweigend anerkannt und hier nun hervorhebend gewürdigt.
Starker schralender Wind von vorn behindert auf der Warnow unser Vorankommen, der Motor schiebt uns jedoch noch mit 3 kn. Aber als wir in unsere Stegbox einlaufen, schiebt der Wind seltsamerweise kräftig von hinten. Wollte Rasmus uns nochmals foppen?
11.25 Uhr am ASV-Steg nach langer Abwesenheit wieder fest, von Manner und Dagmar herzlich begrüßt.
12.00 Uhr kann Tobias wie beabsichtigt nach Koblenz aufbrechen. Wir genießen die gewonnene Urlaubszeit mit Brombeeren- und Pflaumennaschen im ASV-Garten, mit einem Mittagsschlaf und beide mit erstmaligem Duschen in unserem Sanitärtrakt. Natürlich erst nach Einwerfen des erbetenen Obulus von 2*0,50 EUR.
“Hiddensee-Thürke-erfahren” können wir beide kein Verständnis dafür aufbringen, dass es unter uns “Pappenheimer”gibt, die das passende Kleingeld nicht dabei haben und ihr Wollen dann doch irgendwann vergessen.
Gegen 17.00 Uhr lässt sich Holger von seiner Enkelin Jule und Gitti abholen, es gibt noch Kaffee und Kekse im sonnigen Cockpit und auch BL steigt bald danach, insgesamt mit dem Törn sehr zufrieden, in sein Auto, das Elisabeth und Micha vereinbarungsgemäß nach ihrer Rückfahrt von Wieck am ASV abgestellt hatten.

Nachtrag (09.11.2005)Es war nicht einfach, die Ergebnisse der Regatta (nach Tobias Notizen waren 10 Boote in unserer Klasse gestartet) zu erfahren und damit, ob unser „erhandelter” Yardstick-Wert von der Wettkampfleitung nicht doch wieder verworfen wurde. Im Internet hat der Greifswalder ASV eine erbärmliche Aktualität, sie sind kaum über 2004 hinaus. Nach einer leichten Kritik per Mail kam dann diese Antwort:

Hallo Bernd,
ich möchte mich, im Namen des ASV z.G. bei euch für die schlampige Homepage-Betreuung entschuldigen. Im nächsten Jahr wechselt die Orga-Crew der Boddenetappen und wir hoffen auf mehr „digitale Kompetenz”.
Kurz zu den Gesamtergebnissen YS 3:
1. Kaneti
2. Thetis
3. Rugia
4. Boe

Noch kurz zu den Ereignissen vom 2.Tag: Nach Knatsch über die Menge der Brötchen, die mitzunehmen sind und einem damit verbundenem Crewausfall, bin ich als Skipper der „Thetis”, um die Chance gegen „Kaneti” auf den Gesamtsieg zu wahren, einen Radikalstart gefahren (Welcher gründlich in Hose ging).
Danach lief es ganz gut, bis wir, unter Spi, langsamer und langsamer wurden. Die nach der Bahnmarke „Zicker” veranlasste „Rückwärtsfahrt” zeigte, dass der Spi-Sack überbord gefallen und sich am Kiel verfangen hatte. So dumm kann’s laufen.

Kommt doch im nächsten Jahr wieder vorbei.
Ich finde euren Bericht über die BE sehr gut und würde ihn gern verlinken. Seid ihr einverstanden?

Von ASV zu ASV sowie von Hiddensee zu Hiddensee
Grüßt Fritjoff

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